Startseite Sport Liechtensteins Unihockey-Nationalmannschaft schafft beinahe Überraschung

Liechtensteins Unihockey-Nationalmannschaft schafft beinahe Überraschung

Liechtensteins Unihockey-Nationalmannschaft

Bericht von Reto Voneschen – Mit 6:7 hat sich Liechtensteins Unihockey-Nationalmannschaft bei der WM-Qualifikation in Lettland knapp der isländischen Auswahl geschlagen geben müssen. Wenig fehlte zum Sieg Liechtensteins.

Die Entwicklung von Liechtensteins Unihockey-Nationalmannschaft lässt sich am besten mit einem Blick auf die Auswechselbank nach Spielschluss beschreiben: In früheren Jahren hätte man eine 6:7-Niederlage gegen Island mit einem Lachen entgegengenommen. «Wir waren ja nah dran», hätte es geheissen. Und nun: Grosse Enttäuschung. «Diese Niederlage tut mehr weh als das 3:29 gegen Lettland», sagte Nationalmannschafts-Neuling Sven Schneider beispielsweise.

Klar ist: Die Chancen auf das WM-Ticket sind auf ein Minimum geschrumpft. Es bräuchte einen hohen Sieg gegen Deutschland im letzten Gruppenspiel. Kleine Anmerkung am Rande: Deutschland ist die Weltnummer 6 im Unihockey. Alles andere als ein klarer Sieg Deutschlands wäre eine Sensation. Auch klar ist: Die Leistung gegen Island ist unglaublich hoch einzuschätzen. Von der Kanterniederlage des Vortages war nichts mehr zu spüren, die Liechtensteiner Akteure spielten auf Augenhöhe mit den Isländern.

Und das soll was heissen. Liechtensteins Topskorer Remo Tischhauser spielt bei Grabs in der 2. Liga in der Schweiz. Der beste isländische Torschütze mit ebenfalls drei Treffern war Andreas Stefansson, treffsicherer Stürmer (17 Punkte in 19 Spielen) bei AIK Stockholm in der Schwedischen Superliga, der NHL des Unihockeys. Und genau jener Stefansson wurde phasenweise von Tischhausers Teamkollege Hannes Bicker aus dem Spiel genommen – in dessen zweitem Länderspiel, notabene.

Am Schluss waren es die kleinen Fehler, welche die Isländer ausnutzten. Das 5:6 (49.) fiel im Gestocher vor dem Tor während der einzigen kleinen Bankstrafe gegen Liechtenstein. Beim 5:7 (57.) wurde Stefansson etwas zu viel Platz gewährt. Ohne Torhüter Lukas Good, welcher eine ganz starke Partie bot, aber mit einem zusätzlichen Feldspieler setzten die Liechtensteiner das isländische Tor in der Schlussphase mächtig unter Druck. Remo Tischhauser gelang 43 Sekunden vor der Sirene auch noch das 6:7. Zu mehr reichte es – trotz einigen Chancen – nicht mehr.

Nach einem ganz starken ersten Drittel, in welchem erst Andreas Tischhauser auf 1:1 ausglich (8.) und Corsin Derungs in der 18. Minute die 2:1-Pausenführung schoss, hatten die Isländer etwas mehr vom zweiten Abschnitt. Captain Mathias Inhelder schoss sein Team aber bei Spielhälfte 3:2 in Führung und nach zwei isländischen Treffern nach Kontern glich Remo Tischhauser noch vor der zweiten Pause auf 4:4 aus (35.).

«Das Positive aus diesem Spiel mitnehmen», empfahl Nationaltrainer Marco Kipfer seinen Spielern nach der knappen Niederlage. Schon morgen geht es – wieder um 12 Uhr MEZ – gegen Deutschland weiter.

Island – Liechtenstein 7:6 (1:2, 3:2, 3:2)

Olympic Centre Liepaja. – 165 Zuschauer. – SR Ivanchenko/Abelyashev (Ukr).

Tore: 3. Stefansson (Ekström) 1:0. 8. A. Tischhauser (R. Tischhauser) 1:1. 18. Derungs (Felder) 1:2. 26. Stefansson 2:2. 28. Inhelder 2:3. 31. A. Ronnlund (Kimland) 3:3. 35. (34.23) K. Ronnlund (Kimland) 4:3. 35. (34.52) R. Tischhauser (A. Tischhauser) 4:4. 46. A. Ronnlund (Smedlund) 5:4. 47. R. Tischhauser 5:5. 48. Kimland (Stefansson/Ausschluss Neff) 6:5. 57. Stefansson (A. Ronnlund) 7:5. 60. R. Tischhauser (A. Tischhauser) 7:6.

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Liechtenstein.

Liechtenstein: L. Good; Bicker, Inhelder; Schneider, Heeb; Wuggenig, A. Good; Hartmann, A. Tischhauser, R. Tischhauser; Neff, Derungs, Felder; Schwenninger, Beck, Züger; Baracchi.

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