Startseite Ausland Überraschung in den Niederlanden: Wilders steuert auf einen massiven Wahlsieg zu

Überraschung in den Niederlanden: Wilders steuert auf einen massiven Wahlsieg zu

PVV mit Geert Wilders in der Zweiten Kammer des Parlaments



Die Partei für die Freiheit von Geert Wilders, bekannt für seine anti-islamische Haltung, zeichnete am Mittwoch ein Bild eines massiven Wahlsiegs bei den parlamentarischen Wahlen – eine der grössten politischen Überraschungen in der niederländischen Politik seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Sieg dürfte Europa erschüttern.

Nach den vorläufigen Ergebnissen des nationalen Senders NOS gewann Wilders› PVV 35 Sitze im 150-köpfigen Unterhaus des Parlaments, mehr als doppelt so viele wie die 17 Sitze, die er bei der letzten Wahl errungen hatte. Die endgültigen Ergebnisse werden erst am Donnerstag erwartet.

«Ich musste mir ins Arm kneifen»

Geert Wilders

Koalitionsbildung dürfte schwierig werden

Wilders forderte andere Parteien auf, konstruktiv an Koalitionsverhandlungen teilzunehmen. Pieter Omtzigt, ein ehemaliger Zentrums-Christdemokrat, der in drei Monaten seine eigene Partei «Neuer Sozialvertrag» gründete und schätzungsweise 20 Sitze gewann, erklärte, er sei immer offen für Gespräche.

Die nächstgelegene Partei zu Wilders war ein Bündnis aus der Mitte-links-Partei der Arbeit und den Grünen, das voraussichtlich 26 Sitze gewinnen würde. Doch der Spitzenkandidat, der frühere EU Kommissar Frans Timmermans machte deutlich, dass Wilders nicht mit einer Koalition rechnen sollte.

In den letzten Wochen seiner Kampagne milderte Wilders seine Haltung etwas ab und versprach, ein Premierminister für alle Niederländer zu sein – so sehr, dass er den Spitznamen «Geert Milders» erhielt.

Die Exit-Pools können eine Fehlermarge von bis zu drei Sitzen haben, sind jedoch in der Regel auf einen oder zwei Sitze genau, so Ipsos, das an der Umfrage beteiligt war.

Die Wahl wurde nach dem Rücktritt der vierten und letzten Koalition des scheidenden Premierministers Mark Rutte im Juli ausgerufen, nachdem sie sich nicht auf Maßnahmen zur Begrenzung der Migration einigen konnten.



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