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Petition zur Aufnahme von Diaphin in die Substitutionspräparateliste

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Am Beginn der Traktandenliste, der heutigen Landtagssitzung stand die Debatte über die Petition zur Erweiterung des Substitutionspräparats «Diaphin» statt. Die Petition wurde von Georg Kaufmann eingereicht, der sich dafür einsetzt, dass das Suchtpräparat Diaphin in die Substitutionsliste des Amtes für Gesundheit aufgenommen wird.

Georg Kaufmann (FL) argumentierte, dass die Erweiterung der Substitutionsliste um Diaphin dazu beitragen würde, die Beschaffungskriminalität im Zusammenhang mit illegalen Beikonsum psychoaktiver Substanzen erheblich zu reduzieren. Er betonte auch die Notwendigkeit, die Behandlungsmöglichkeiten für Suchtkranke zu verbessern und auf dem neuesten Stand zu halten.

Diaphin ist ein Substitutionsmittel, das reines Heroin enthält und sich von anderen Substitutionsmitteln dadurch unterscheidet, dass es ein ähnliches Hochgefühl wie Heroin vermittelt. Einige Suchttherapeuten in Liechtenstein befürworten die Abgabe von Diaphin in bestimmten Fällen.

Es wurde festgestellt, dass Liechtenstein im Gegensatz zur Schweiz keine gesetzlichen Bestimmungen für heroingestützte Therapien hat. Eine solche Therapie mit Diaphin könnte jedoch im Einzelfall sinnvoll sein. Erfahrungen aus der Schweiz seit 2008 könnten bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden.

Die Abgeordnete Franziska Hoop (FBP) unterstrich die Bedeutung der Petition und betonte die Herausforderungen, die mit der Einführung von Diaphin in Liechtenstein verbunden sind. Sie erklärte jedoch, dass die Petition geprüft werden sollte, da die Therapie mit Diaphin in der Schweiz möglich ist und von den Krankenkassen unterstützt wird.

Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz (VU) verwies auf eine frühere Petition zur Suchtkrankheit in Liechtenstein und betonte die Notwendigkeit, die Suchtprävention und die Beratung für Süchtige im Land zu verbessern. Sie stellte Fragen zur Umsetzung der früheren Petition und forderte, dass die aktuellen Statistiken zur Drogenabhängigkeit aktualisiert werden.

Gesundheitsminister Manuel Frick erläuterte die derzeitigen Bestimmungen zur Betäubungsmittel gestützten Behandlung in Liechtenstein, die Methadon, Levomethadon, Buprenorphin und retardiertes Morphin umfassen. Er wies darauf hin, dass nicht alle Patienten ehemalige Heroinkonsumenten sind und dass eine kleine Anzahl von Personen trotz Substitutionsbehandlung einen Suchtdruck verspürt.

Minister Frick erwähnte auch die positiven Erfahrungen mit heroingestützten Behandlungen in der Schweiz und erklärte, dass eine solche Behandlung in Liechtenstein eine umfassende Überarbeitung der bestehenden Strukturen erfordern würde.

Die Debatte endete mit der Überweisung der Petition zur Erweiterung des Substitutionspräparats «Diaphin» an die Regierung mit 24 Ja-Stimmen.

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