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Ein Land – Eine Zeitung – Ein Kommentar

Zeitungen im Papierkübel
Werbung im Landesspiegel

Seit einem Jahr gibt es nun in Liechtenstein nur noch eine Papiertageszeitung. Manche haben den Schock noch immer nicht ganz überwunden und trauern dem Volksblatt auch ein Jahr nach dessen Ende noch nach. 

Doch der Wegfall eines staatsfinanzierten Medium hat neuen, innovativen Medien etwas Luft zum Atmen gegeben. Gegen zwei übersubventionierte Zeitungen ankommen ist zumindest ohne grössere Geldquellen von Philanthropen oder sehr spekulativen Risikokapitalgebern nicht möglich.  Gegen eine verblieben Papiertagsezeitung kann der Landesspiegel zumindest bis jetzt gut bestehen. 

Vielleicht ist eben auch das “Haben wir immer schon so gemacht” doch nicht das Wundermittel, für das es viele halten und vielleicht war auch das mit ein Grund, dass sich das Volksblatt manchen technischen Entwicklungen verschlossen hatte.

Nehmen wir doch mal als Beispiel die das Thema Fotografen. Nicht nur in Liechtenstein lehnen viele Zeitungsreporter ab, eine Kamera in die Hand zu nehmen. Im Herbst habe ich auf einer Journalistenkonferenz in Erfurt dazu mehrfach

klare Worte gehört, von “wenn man das in meiner Redaktion verlangen würde, gehe ich zur Gewerkschaft”, bis zu “dann kündige ich”.  Mit modernen Systemkameras ist es auch wirklich nicht mehr schwer, auf einer Pressekonferenz ein oder zwei brauchbare Fotos zu machen. 

Ich möchte dadurch nicht die wertvolle und kreative Arbeit von Fotografen schmälern. In Liechtenstein gibt es einige, die ganz hervorragende Arbeit leisten. Es geht nur darum, dass wenn man als Regionalzeitung für einen Bericht zwei Angestellte auf den Weg schickt, entsprechende Kosten entstehen – die irgendwie wieder hereinkommen müssen. Das ist bei manchen Ultralokalthemen sehr schwierig bis unmöglich.

Ein anderes Beispiel: Zeitungen haben sehr detaillierte Daten über ihre Abonnenten, sie kennen deren Adressen, Wohngegenenden, Familienstand, und wenn sie auch eine Online-Version mit Bezahlschranke haben, auch Lesegewohnheiten, Vorlieben für Themen und Produkte liessen sich gut analysieren. Das würde unglaublich treffsichere Werbung ermöglichen, viel genauer als Google und Facebook das können. Wenn man solche Vorschläge in der Managementetage von alteingesessenen Verlagen platziert, hört man nur «ens got nid«.

Ich sage nicht, dass das eine oder das andere beim Volksblatt der Fall war. Vielleicht ist es auch ein Mix der gerade ausgeführten Gründe, die zum Volksblatt-Aus geführt haben.

Trauerjahr ist vorbei

Was auch immer die Gründe waren wir sollten anfangen nach vorne zu schauen und uns über die verbliebenen Medien, und ihre engagierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen freuen, die täglich von Früh bis Spät im Einsatz sind und viel Herzblut in ihre Arbeit investieren freuen.

Und wir sollten ihnen danken, dass wir durch ihren Einsatz laufen im Fernsehen, Radio, in der Papierzeitung und im Internet die aktuellen Lokalnachrichten lesen können, die wir verdienen. 

Werbung im Landesspiegel

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