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Şeyda Kurt enthüllt die politische Macht romantischer Beziehungen bei den Campusgesprächen

Uni Liechtenstein Campusgespräche mit Şeyda Kurt



Am Montag war die Journalistin und Moderatorin Şeyda Kurt zu Gast bei den Campusgesprächen an der Universität Liechtenstein. Vor einem interessierten Publikum präsentierte sie Auszüge aus ihrem neuesten Werk «Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist», in dem sie die politischen Dimensionen romantischer Beziehungen beleuchtet.

Kurt betonte in ihren Bemerkungen die Notwendigkeit, romantische Beziehungen im Kontext der gesellschaftlichen Realität zu sehen, insbesondere im Verhältnis zu Themen wie Armut, Geschlechterungleichheit und Kapitalismus. Sie argumentierte, dass der Kapitalismus seit den 50er Jahren zu einer Verarmung der bäuerlichen Gesellschaft geführt habe und die monogame heterosexuelle Ehe dazu neige, durch Haus- und Fürsorgearbeit hauptsächlich die Arbeitskraft zu ermöglichen – oft auf Kosten von Frauen.

Es gehe nicht nur um Putzen und Kochen, sondern auch um die emotionale Wartung, um am nächsten Tag wieder als Arbeitskraft für die Lohnarbeit zur Verfügung zu stehen. Leider sind es oft Männer, die von dieser Arbeit entlastet werden, erklärte Kurt vor dem Publikum.

Die Journalistin bezog sich auch auf die Kolonialisierung und behauptete, dass die kolonialen Herren in Afrika bewusst die hetero-monogame Ehe praktizierten, um als Vorbild für die vermeintlich «unzivilisierten» Gesellschaften zu dienen.

«Der Kapitalismus und die Geschlechterungerechtigkeit existieren nicht nur nebeneinander, sondern bedingen sich gegenseitig«, resümierte Kurt. Ihre Analyse zeigte auf, wie bestimmte gesellschaftliche Strukturen und Normen nicht nur individuelle Beziehungen, sondern auch das grössere politische Gefüge beeinflussen.

Die Campusgespräche an der Universität Liechtenstein bieten eine Plattform für spannende Diskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, und der Vortrag von Şeyda Kurt trug dazu bei, neue Perspektiven auf romantische Beziehungen und ihre politische Relevanz zu eröffnen.



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