Startseite InlandLandtag Landtag debattiert über Lohngerechtigkeit: Forderungen nach strukturellen Veränderungen

Landtag debattiert über Lohngerechtigkeit: Forderungen nach strukturellen Veränderungen



Heute wurde im Landtag über die Interpellation zur Lohngerechtigkeit debattiert, die von den Abgeordneten der Freien Liste Manuela Haldner-Schircher, Georg Kaufmann und Patrick Riesch am 31. Oktober 2023 eingereicht wurde. Die Interpellation beleuchtet insbesondere die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und fordert konkrete Massnahmen zur Beseitigung dieser Ungerechtigkeiten.

In ihrer Fraktionserklärung wies die Haldner-Schierscher auf das Phänomen von «Working Poor» hin, das auch in Liechtenstein existiert. Die Interpellation konzentriert sich auf den Gender Pay Gap, der von der Regierung bestätigt wurde. Dieser Gender Pay Gap zeigt deutlich, dass trotz Faktoren wie Alter, Ausbildung und Berufserfahrung immer noch nicht erklärbare Lohnunterschiede existieren, die auf potenzielle Diskriminierung aufgrund des biologischen Geschlechts hindeuten.

Besonders betont wurde die Notwendigkeit eines laufenden Monitorings der Lohnunterschiede, um den aktuellen Status quo zu überprüfen und sicherzustellen, dass diese Unterschiede seit 2016 verringert wurden. Die Interpellation hebt zudem strukturelle Gegebenheiten hervor, die Frauen im Erwerbsleben benachteiligen, und fordert eine gerechtere Verteilung von Kehrarbeit sowie eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ein weiterer Schwerpunkt der Interpellation liegt auf der Forderung nach höheren Löhnen in Branchen mit hohem Frauenanteil, insbesondere in als systemrelevant eingestuften Berufen. Dies soll nicht nur die unerklärlichen, sondern auch die strukturbedingten Einkommensunterschiede beseitigen.

In seiner Stellungnahme betonte Regierungsrat Manuel Frick die Fortschritte in der Lohngerechtigkeit seit der Einführung des Gleichstellungsgesetzes 1999. Die statistischen Daten zeigen einen positiven Trend, wobei der Lohnunterschied in den letzten 15 Jahren um 6,2 Prozentpunkte reduziert wurde. Dennoch räumte er ein, dass das Ziel der Lohngleichheit noch nicht vollständig erreicht sei.

Frick machte darauf aufmerksam, dass strukturelle Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Berufsbiografien einen grossen Teil zur Lohnungleichheit beitragen. Er betonte die Rolle des historisch geprägten Rollenverständnisses für Frauen und Männer und hob hervor, dass gesellschaftliche Veränderungen notwendig sind, um langfristige Lösungen zu schaffen.

Die Debatte endete mit dem Beschluss, die Interpellationen zur weiteren Bearbeitung an die Regierung weiterzuleiten. Die Diskussion über die Lohngerechtigkeit in Liechtenstein wird somit in den kommenden Monaten weitergeführt.



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