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Freie Liste will Bus attraktiver machen

Patrick Risch und Manuela Haldner-Schierscher bei der Pressekonferenz
bergbahnen.li

Die Freie Liste in Liechtenstein hat heute bei einer Pressekonferenz drei Initiativen vorgestellt, die sich auf die Förderung erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilität konzentrieren.

Zinsfreie Darlehen für Heizungen mit erneuerbaren Energieträgern

Die erste Initiative betrifft die Einführung von zinsfreien Darlehen für Investitionen in erneuerbare Energieträger. Ursprünglich war diese Möglichkeit im Gesetz vorgesehen, wurde jedoch durch die Ablehnung der Photovoltaikpflicht durch das Stimmvolk aufgehoben. Die Freie Liste strebt nun an, diese Option durch eine neue Initiative wieder einzuführen. Ziel ist es, denjenigen, die freiwillig in erneuerbare Heizungen investieren möchten, die Möglichkeit zu geben, dies zu tun. Dieser Schritt wird als wichtiger Beitrag zur Förderung nachhaltiger Energieinvestitionen gesehen.

Mobilität nachhaltig transformieren

Manuela Haldner-Schierscher

«Aktuell liegt der Anteil vom Autoverkehr am Modalspilit bei 75 Prozent. Das beeinträchtigt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung

Manuela Haldner-Schierscher

Ein Land mit vielen Arbeitsplätzen macht es notwendig, die Verkehrsströme steuern. Manuela Haldner-Schierscher unterstreicht die Absicht, die Mobilität nachhaltig zu transformieren. In einem Land, das so abhängig von Pendlern ist, wird eine effiziente Steuerung der Verkehrsströme als unerlässlich sein. Nicht der Ausbau von Strassen, sondern die Förderung des Umweltverbundverkehrs steht im Mittelpunkt. Die Abgeordnete weist darauf hin, dass Spitzenbelastungen im Verkehr nur für kurze Zeit auftreten, was einen gezielten Fokus auf den Umweltverbundverkehr rechtfertigt. Die Initiative strebt an, die Verkehrsdichte zu Spitzenzeiten zu reduzieren und den Wirtschaftsstandort durch eine moderne Infrastruktur sowie die Implementierung von Mobilitätshubs attraktiver zu gestalten.

Eine besondere Herausforderung sieht Haldner-Schierscher darin, dass viele Menschen immer noch Vorbehalte gegenüber dem Busfahren haben, die es zu überwinden gilt. Die bestehenden Vorurteile und Widerstände erschweren die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Um den Wandel zu einer nachhaltigen Mobilität zu erreichen, ist es notwendig, diese negativen Einstellungen und Bedenken zu durchbrechen.

Schaft das Auto Arbeitsplätze?

Ausser bei ThysenKrupp-Presta hängen für Patrick Risch in Liechtenstein nicht viele Arbeitsplätze am Auto. Vielmehr könne eine höhere Nutzung von Bussen und Fahrrädern nicht nur den Verkehrsfluss verbessern, sondern auch Volkswirtschaft stärken könnte. Weniger Stau bedeutet weniger bezahlte Arbeitszeit im Verkehrsstau. Die Aussage unterstreicht die umfassende Vision der Initiative, nicht nur die Mobilität nachhaltiger zu gestalten, sondern auch positive ökonomische Effekte für die Gesellschaft zu generieren.

Flächendeckender Halbstundentakt

Patrick Risch

«Ein Stundentakt ist ungefähr so attraktiv wie eine Essiggurke auf einem Coup-Dänemark.»

Patrick Risch

Die dritte Initiative der Freien Liste bezieht sich auf die Verbesserung des Busangebots im öffentlichen Verkehr. Trotz des im Mobilitätskonzepts 2030 angesprochenen ÖV-Push sind bisher keine spürbaren Verbesserungen festzustellen. Die Motion fordert Qualitätsverbesserungen wie moderne Fahrzeuge, geschützte Haltestellen, ein attraktives Tarifsystem und einen zuverlässigen Fahrplan. Ein effizientes Busangebot wird als entscheidend angesehen, um Verkehrsteilnehmer zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen und somit den Verkehrsmix zugunsten nachhaltiger Mobilität zu verändern.

Nach Aussage von Risch gibt es klare Kriterien für einen öffentlichen Verkehr (ÖV), der von der Bevölkerung angenommen wird. Dazu gehören saubere Busse und gut ausgestattete Haltestellen, wobei diese Anforderungen im Land erfüllt werden. Allerdings liegt der derzeitige Engpass im Bereich der Fahrbahnstabilität. Die Busse stehen häufig im Stau, was zu erheblichen Verspätungen führt. Dies wiederum führt dazu, dass Fahrgäste ihre Anschlüsse verpassen, was die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs beeinträchtigt.

Ein zentraler Punkt ist die Betonung der Unattraktivität des öffentlichen Verkehrs bei unzuverlässigen Fahrplänen. Um diesem Problem zu begegnen, schlägt Risch vor, einen Halbstundentakt einzuführen. Dies würde zumindest dazu beitragen, dass Fahrgäste trotz Verspätungen bald einen anderen Bus erreichen könnten. Die Betonung liegt darauf, dass eine verbesserte Fahrplanstruktur wesentlich zur Attraktivität des öffentlichen Verkehrs beitragen würde.

Bessere Strassen sind für die FL keine Lösung

In Bezug auf die Verkehrsinfrastruktur betont die Freie Liste jedoch, dass der Ausbau von Strassen keine Lösung ist. Risch erklärt, dass verbesserte Strassen dazu neigen, den Autoverkehr attraktiver zu machen. Dies würde die Bemühungen, den öffentlichen Verkehr zu fördern, konterkarieren. Die Freie Liste ist der Meinung, dass die Lösung nicht darin besteht, den Autoverkehr durch Strassenausbau zu erleichtern, sondern den Fokus auf die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs zu legen.

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