Acht Talente, ein Pult: Liechtenstein wagt den ersten Dirigierwettbewerb

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Liechtenstein tritt auf die internationale Bühne der klassischen Musik. Auf dem Berggasthaus Masescha wurden am Mittwoch die Kandidaten der ersten «International Conducting Competition Liechtenstein» der Öffentlichkeit vorgestellt. Der vom Sinfonieorchester Liechtenstein initiierte Wettbewerb ist im Land ein Novum – und die Resonanz übertrifft alle Erwartungen: 173 Bewerbungen aus 30 Ländern gingen ein.

Sieben der neun nominierten Talente reisten eigens nach Liechtenstein, um Land und Orchester kennenzulernen, bevor Ende Juni der eigentliche Wettbewerb beginnt. Das Feld der Kandidaten ist vielgestaltig. Die jüngste Teilnehmerin, die 21-jährige Britin Alma Deutscher, ist als Komponistin, Pianistin und Geigerin längst international bekannt und dirigiert bereits Orchester wie die New Japan Philharmonic. Der 32-jährige Brite John Warner, Gründer des «Orchestra for the Earth» und Träger des Mahler Awards 2025, gilt als erfahrenster Bewerber. Dazu kommen die Italiener Anna Bottani und Filippo Barsali, die Südkoreaner Daniel Seonggeun Kim und Sohye Sophia Jung, der Tscheche Ondrej Soukup sowie der Franzose Quentin Duigou.

Der Wettbewerb findet vom 25. bis 29. Juni in Vaduz statt: drei Runden vom Partiturspiel über die Arbeit mit dem Kammerorchester bis zum öffentlichen Finale mit drei Finalisten und renommierten Solisten. Der Sieger erhält 30’000 Franken sowie die Einladung, ein Konzert mit dem SOL zu leiten. Ermöglicht wird der Anlass durch die Unterstützung der Hilti Foundation und der Gemeinde Vaduz.