Ferrari trennt sich von Marketingchef nach Elektroauto-Debakel

Wenige Wochen nach dem umstrittenen Launch seines ersten Elektroautos trennt sich Ferrari von seinem Marketingchef. Der Wechsel kommt für Branchenkenner nicht überraschend.

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Ende Mai präsentierte Ferrari den «Luce» – einen fünfsitzigen Elektro-SUV und das erste rein elektrische Modell des italienischen Sportwagenbauers. Das Design, verantwortet vom früheren Apple-Chefdesigner Sir Jony Ive, stiess auf ein gespaltenes Echo. Kritik gab es an den für Ferrari ungewohnt runden Formen – zu wenig kantig, zu wenig maskulin, hiess es in der Branche. Selbst Italiens Vize-Premier und Verkehrsminister Matteo Salvini, einst selbst Aufsichtsratsvorsitzender von Ferrari, äusserte sich öffentlich negativ.

Der Börsenkurs reagierte prompt: Am Tag nach der Präsentation büsste die Ferrari-Aktie rund acht Prozent ein. Nun verlässt Enrico Galliera den Sportwagenhersteller. Der Marketingchef, der seit 2010 für Ferrari tätig war und massgeblich an der Positionierung der Marke beteiligt war, scheidet per 1. Juli aus. Ferrari teilte mit, Galliera habe «beschlossen, ein neues Kapitel in seiner Laufbahn aufzuschlagen». Einen Zusammenhang mit dem Luce-Launch erwähnte der Konzern nicht. Laut einem von Reuters zitierten Insider hatte Galliera sich bereit erklärt, bis zur Präsentation des neuen Modells im Amt zu bleiben.

Die Stelle übernimmt Massimiliano Di Silvestre, der zuletzt das Italien-Geschäft von BMW leitete. Ferrari verweist auf seine mehr als 20 Jahre Führungserfahrung in der Premium- und Luxusautoindustrie sowie auf internationale Transformationserfahrung.

Delikate Phase für eine Ikone

Der Personalwechsel kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Ferrari muss den Spagat meistern, seine loyale und traditionsbewusste Kundschaft zu halten und gleichzeitig glaubwürdig in die Elektromobilität einzusteigen. Der Luce ist dabei erst der Anfang: Die Elektrifizierungsstrategie soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Ob Di Silvestre die Kommunikation rund um den Luce neu ausrichtet, bleibt offen – klar ist, dass Ferrari unter dem Druck steht, das erste elektrische Kapitel seiner Geschichte besser zu erzählen als den Auftakt.

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