Monauni zieht positive Bilanz des Staatsbesuchs in Indien
Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni kehrt mit einer klar positiven Bilanz vom ersten Staatsbesuch Liechtensteins in Indien zurück. Drei intensive Tage liegen hinter ihr – geprägt von hochrangigen Begegnungen, wirtschaftlichen Chancen und dem Willen, die Beziehungen zwischen beiden Ländern langfristig zu stärken. Wie Monauni auf dem Rückflug gegenüber dem Landesspiegel sagte, habe bereits der Empfang gezeigt, welchen Stellenwert Liechtenstein in Indien geniesse. Die Staatspräsidentin und der Premierminister empfingen die liechtensteinische Delegation, zahlreiche Minister nahmen sich Zeit für Gespräche – von der Finanzministerin über den Handelsminister bis zum Bildungsressort. Monaunis Fazit: «Höher geht es gar nicht.»
Freihandelsabkommen mit Leben füllen
Eine zentrale Grundlage der bilateralen Beziehungen ist das Freihandelsabkommen zwischen Indien und den EFTA-Staaten, das seit 2025 in Kraft ist. Nun gehe es darum, die Vereinbarung mit Leben zu füllen und konkrete Vorteile für beide Seiten zu schaffen. Die mitgereiste Wirtschaftsdelegation habe dabei deutlich gemacht, dass liechtensteinische Unternehmen in Indien längst aktiv sind: Seit 2024 seien mehr als 100 Millionen investiert und über 1’000 Arbeitsplätze geschaffen worden. Das unterstreiche die Attraktivität des indischen Marktes für Liechtensteins Wirtschaft.
Die mitgereisten Unternehmensvertreter hätten die Gelegenheit erhalten, sich auf höchster politischer Ebene sichtbar zu machen und Anliegen direkt anzusprechen. Das könne helfen, bestehende Schwierigkeiten auf unkompliziertem Weg zu lösen. Den indischen Handelsminister habe sie als ausgesprochen pragmatisch erlebt: Wenn es ein Problem gebe, werde nach einer Lösung gesucht. Auf grosses Interesse stosse zudem das liechtensteinische Modell der Lehrlingsausbildung.
Weniger Abhängigkeit, breitere Partnerschaften
Indien ist für Liechtenstein nicht nur wegen seiner dynamischen Wirtschaft ein wichtiger Partner. Auch aussenpolitisch gewinnt das Land an Bedeutung. Liechtenstein wolle seine Abhängigkeit von einzelnen Märkten wie China oder den USA verringern und seine wirtschaftlichen Beziehungen breiter aufstellen. Diese Diversifizierung sei ein wesentlicher Bestandteil der Aussenhandelsstrategie.
«Liechtenstein hat Abhängigkeiten und wir möchten diversifizieren. Das ist Teil unserer Aussenhandelsstrategie.»
Sabine Monauni
Zugleich trete Indien in einer zunehmend multipolaren Weltordnung als einflussreicher Akteur auf und wolle die künftige Entwicklung der internationalen Ordnung mitgestalten. Für Liechtenstein sei es deshalb wichtig, tragfähige Partnerschaften aufzubauen. Noch nie seien die Beziehungen zu Indien so intensiv gepflegt worden wie derzeit, betonte Monauni. Entscheidend sei nun, die während des Staatsbesuchs geknüpften Kontakte zu vertiefen und langfristig aufrechtzuerhalten.
Wochenlange Vorbereitung, grosser Aufwand
Dass ein Staatsbesuch nach aussen reibungslos wirkt, bedeutet hinter den Kulissen viel Arbeit. «Wenn ein Staatsbesuch klappt, sieht es immer ganz einfach aus», sagte Monauni. Die Vorbereitungen hätten mehrere Wochen in Anspruch genommen. In den letzten Tagen vor und während des Besuchs seien rund vier Mitarbeiter ausschliesslich mit dessen Organisation beschäftigt gewesen.
Ein Besuch in einem Land von der Grösse und Bedeutung Indiens beanspruche erhebliche personelle Ressourcen und lasse sich deshalb nicht beliebig oft wiederholen. Dennoch sei der Zeitpunkt richtig gewesen – und der Aufwand habe sich aus Monaunis Sicht gelohnt.
Bewegung beim Doppelbesteuerungsabkommen
Auch beim für die liechtensteinische Wirtschaft wichtigen Doppelbesteuerungsabkommen zeichnet sich Fortschritt ab. Monauni zeigte sich zuversichtlich: Die indische Finanzministerin habe ein klares Signal gesetzt und ihr Team damit beauftragt, die Verhandlungsdelegationen zu bestimmen. Damit sei ein wichtiger Schritt getan, um das Anliegen weiter voranzubringen.

