Staatsbesuch endet mit Agrarforschung und Gesprächen über Doppelbesteuerung

Piyush Goyal

Handelsminister Indiens Piyush Goyal, Erbprinz Alois Regierungschefin StelSabine Monauni und weitere Mitglieder der Delegation

Zum Abschluss des Staatsbesuchs in Indien ist die Liechtensteiner Delegation am Mittwoch mit Handels- und Industrieminister Piyush Goyal zusammengetroffen. Im Zentrum stand unter anderem ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Liechtenstein und Indien, das in Vorbereitung ist. Die Wirtschaft hatte das Abkommen während des ganzen Besuchs zu ihrem Hauptanliegen gemacht. Goyal hatte Liechtenstein im Januar besucht, als erster indischer Kabinettsminister überhaupt.

Für ihre letzten Termine trennte sich das Erbprinzenpaar. Erbprinzessin Sophie besuchte das Indische Rote Kreuz. Erbprinz Alois und Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni fuhren zum Indischen Rat für Agrarforschung (ICAR) in Neu-Delhi.

Von der Grünen Revolution zur Klimaresistenz

ICAR

Der 1929 gegründete Rat ist die oberste Behörde für Agrarforschung in Indien. Die Gastgeber erinnerten daran, dass ihre Forschung zur Grünen Revolution beigetragen habe, durch die Indien vom Importeur zum Exporteur von Nahrungsmitteln wurde. Inzwischen liege der Schwerpunkt auf der Anpassung an den Klimawandel: Von rund 3400 neuen Sorten aus den letzten zwölf Jahren seien 95 Prozent klimaresistent. Generaldirektor M. L. Jat stellte zudem Projekte vor, mit denen Indien unabhängiger von importiertem Dünger werden will, etwa mit grünem Ammoniak, das mit Sonnenenergie hergestellt wird. Das ICAR arbeite mit 72 Ländern und internationalen Institutionen zusammen.

Erst Mitte Oktober hat der Rat eine Absichtserklärung mit dem Saatgutunternehmen Savannah Seeds unterzeichnet, dessen Gründer Ajai Rana zur Wirtschaftsdelegation gehört. Der Erbprinz verwies auf diese Verbindung und auf die lange landwirtschaftliche Tradition seiner Familie, die seit mindestens 800 Jahren in der Land- und Forstwirtschaft tätig sei. Als Beispiel nannte er ein grosses Gewächshaus der Familie nördlich von Wien, das heute auf tschechischem Gebiet liegt. Zuletzt beschäftige man sich verstärkt mit natürlichen Alternativen zu Kunstdünger. Von liechtensteinischer Seite wurde zudem darauf hingewiesen, dass Liechtenstein mit über 40 Prozent biologisch bewirtschafteter Fläche weltweit den höchsten Bioanteil in der Landwirtschaft hat. Zum Abschluss des Besuchs pflanzte der Erbprinz auf dem Gelände einen Baum, wie schon zwei Tage zuvor beim Hilti-Werk in Vadodara.

Erbprinzenpaar pflanzt einen Baum Beim ICARS
Erbprinzenpaar pflanzt einen Baum beim Indian Council of Agricultural Research (ICARS)

Mit diesen Terminen ging der erste Staatsbesuch Liechtensteins in Indien zu Ende. Er hatte am Sonntag in Mumbai begonnen und die Delegation über Vadodara nach Neu-Delhi geführt. Dort wurde das Erbprinzenpaar am Dienstag von Staatspräsidentin Droupadi Murmu und Premierminister Narendra Modi mit militärischen Ehren empfangen.

Klaus Risch, Präsident der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer und Leiter der Wirtschaftsdelegation, hatte sich gegenüber dem Landesspiegel bereits am Dienstag zuversichtlich geäussert. Mit dem Finanzministerium sei vereinbart worden, in den nächsten Wochen bezüglich der Aufnahme von Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungsabkommen nachzufassen.