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Italien und Afrika schliessen historischen Pakt

Meloni



Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat gestern in Rom mehr als 20 afrikanische Staats- und Regierungschefs empfangen. Mit diesem Treffen möchte sich Italien als wichtige Brücke zwischen Europa und Afrika positionieren und die Migration über das Mittelmeer zurückdrängen.

Im Rahmen des Treffens kündigte Meloni einen Investitionsplan für Energie, Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit und Bildung in Afrika an. Dieser Plan soll ein Volumen von mehr als 5,5 Milliarden Euro haben und den Namen «Mattei-Plan» tragen. Ein zentraler Bestandteil des Plans sind Rückführungsabkommen mit den Herkunftsländern von abgelehnten Asylbewerbern.

Der Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki Mahamat, betonte die Notwendigkeit, den Worten Taten folgen zu lassen. Er forderte konkrete Massnahmen zur Bekämpfung der irregulären Migration und zur Schaffung von Perspektiven für die Menschen in Afrika.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lobte die Zusammenarbeit zwischen Italien und den afrikanischen Staaten. Sie sprach sich für gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen Schmugglerbanden aus und betonte die Bedeutung einer umfassenden Migrationspolitik.

Italien plant, den G-7-Vorsitz zu nutzen, um das Migrationsthema auf die Agenda zu setzen und Lösungen für das Problem der irregulären Einwanderung zu finden. Gleichzeitig versucht Ministerpräsidentin Meloni, sich für die Europawahl im Juli zu positionieren und ihre politische Agenda voranzutreiben.

Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Italien in Konkurrenz zu anderen Ländern wie China, Russland und den Golfstaaten steht, die ebenfalls in Afrika investieren. Sie bezweifeln, ob Italien mit seinen begrenzten Ressourcen und Möglichkeiten mithalten kann.

Das Treffen in Rom markiert einen wichtigen Schritt in den Bemühungen Italiens, die Migration über das Mittelmeer einzudämmen und gleichzeitig eine enge Partnerschaft mit den afrikanischen Staaten aufzubauen. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Massnahmen aus dem «Mattei-Plan» resultieren und wie sich die Zusammenarbeit zwischen Italien und Afrika weiterentwickelt.



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