EFTA und Vietnam schliessen Freihandelsabkommen ab
EFTA - Vietnam Verhandlungen in Island | Bildquelle: EFTA
Die vier EFTA-Staaten und Vietnam haben den Abschluss der Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen bekanntgegeben. Am Rande des EFTA-Ministertreffens vom 22. Juni konnte aufgrund technischer Details noch kein Abschluss erzielt werden.
Die Gespräche über das Abkommen waren am 8. September 2025 in Genf neu lanciert worden und fanden in insgesamt fünf Runden statt. In der Woche vor dem Ministertreffen führten die Verhandlungsteams beider Seiten in der isländischen Hauptstadt noch intensive technische Gespräche, bevor der Abschluss auf Ministerebene besiegelt wurde.
Was das Abkommen umfasst
Das Freihandelsabkommen deckt eine breite Palette von Bereichen ab – vom Warenhandel über Dienstleistungen, Ursprungsregeln, technische Handelshemmnisse und Investitionen bis hin zum Schutz des geistigen Eigentums, dem öffentlichen Beschaffungswesen sowie Handel und nachhaltiger Entwicklung. Auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Zusammenarbeit und Kapazitätsaufbau sind ausdrücklich berücksichtigt. Ziel ist es, Zölle abzubauen oder zu senken, den Handel zu erleichtern und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam auf eine verlässlichere Grundlage zu stellen.
Wachsender Handel
Der Handel zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam ist in den vergangenen zehn Jahren stetig gewachsen. 2025 belief sich das bilaterale Handelsvolumen auf 4,8 Milliarden Euro. Der Handelsbilanzüberschuss zugunsten Vietnams stieg auf 2,5 Milliarden Euro – vor einem Jahrzehnt hatte er noch bei 0,5 Milliarden Euro gelegen (die Schweizer Zahlen berücksichtigen den Goldhandel nicht). Zu den wichtigsten EFTA-Exporten nach Vietnam zählten 2025 elektrische Maschinen, Fisch, pharmazeutische Erzeugnisse und Maschinen; bei den Importen dominierten elektrische Maschinen, Schuhe und Bekleidung sowie Maschinen. Mehrere dieser Kategorien legten über zehn Jahre mit jährlichen Wachstumsraten von über zehn Prozent zu.
Vietnams Vizeminister Nguyen Sinh Nhat Tan hob die Bedeutung des Abkommens für sein Land hervor. Es verbinde Volkswirtschaften mit sich ergänzenden Stärken: auf der einen Seite die EFTA-Staaten als globale Vorreiter in Innovation, Technologie, Finanzwesen und sauberer Energie, auf der anderen Seite Vietnam als eine der dynamischsten Volkswirtschaften Asiens und aufstrebendes Zentrum für Produktion, Handel und Investitionen. Das Abkommen schaffe die Grundlage, um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Seiten auf eine neue Stufe zu heben.
Mit dem Abschluss der Verhandlungen beginne eine neue Phase der Zusammenarbeit, die Handel und Investitionen fördern und die Kooperation in weiteren Bereichen von gemeinsamem Interesse ausbauen solle.

