Liechtensteinische Post erreicht solides Ergebnis trotz deutlichem Umsatzrückgang

Post Liechtenstein

Die Liechtensteinische Post AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem soliden operativen Ergebnis abgeschlossen, obwohl der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen ist. Dies geht aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht hervor. Trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen wurden die postalischen Kernaufgaben zuverlässig erfüllt und die Kundenzufriedenheit erneut gesteigert.

Der Nettoumsatz sank im Berichtsjahr um 5.52 Mio. CHF auf 40.05 Mio. CHF, was einem Rückgang von 12.1 Prozent entspricht. Als Hauptursache nennt die Post den Wegfall eines Grosskunden im internationalen Geschäft. Hinzu kamen der strukturelle Rückgang im Briefvolumen sowie das Ausbleiben eines Einmaleffekts aus dem Vorjahr, als der Verkauf von Sondermünzen im Philateliebereich ausserordentliche Erträge generiert hatte. Alle drei Faktoren seien bereits bei der Jahresplanung berücksichtigt worden, hätten das Ergebnis dennoch deutlich geprägt.

Im Briefgeschäft, dem zentralen Geschäftsbereich der Post, schrumpfte das Volumen um 7.2 Prozent – ein Rückgang, der über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, so hat das Briefvolumen insgesamt um 38 Prozent abgenommen. Noch ausgeprägter ist der Rückgang im Zahlungsverkehr: Dieser sank 2025 um weitere 9.4 Prozent und liegt mittlerweile 63 Prozent unter dem Niveau vor zehn Jahren. Das Paketgeschäft stagnierte und konnte den Rückgang in den anderen Bereichen nicht ausgleichen. Im Logistikgeschäft hingegen stieg der Umsatz leicht an, und die Post blickt für diesen Bereich trotz Veränderungen im Kundenportfolio positiv in die Zukunft.

Operative Stärke trotz Gegenwind

Trotz der Umsatzeinbussen erzielte die Liechtensteinische Post ein operatives Ergebnis (EBIT) von 1.94 Mio. CHF. Das Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) konnte mit 3.46 Mio. CHF nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. Dies gelang unter anderem durch eine stabile Personalkostenbasis – der Personalaufwand sank marginal um 0.6 Prozent bei einem leichten Anstieg der Belegschaft auf 261 Mitarbeitende – sowie durch eine deutliche Senkung der Betriebskosten.

Ein strategisch bedeutsamer Schritt war der Erwerb des Betriebszentrums im Februar 2025. Die daraus resultierenden höheren Abschreibungen wurden durch die wegfallenden Mietkosten mehr als kompensiert, was sich positiv auf die Kostenstruktur auswirkte. Gleichzeitig stieg die Bilanzsumme auf 41.44 Mio. CHF (Vorjahr: 29.40 Mio. CHF). Das Jahresergebnis nach Steuern sank auf 1.68 Mio. CHF, verglichen mit 2.79 Mio. CHF im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote veränderte sich durch den Liegenschaftserwerb auf 49.3 Prozent (Vorjahr: 66.7 %), die Bilanz bleibt laut Post aber weiterhin sehr solide.

Klimaneutralität als Meilenstein

Einen besonderen Meilenstein markiert die Liechtensteinische Post im Bereich Nachhaltigkeit: Per Ende 2025 hat sie ihre Klimaneutralität erreicht und damit das selbst gesteckte Ziel planmässig erfüllt. Massnahmen wie die Umstellung auf umweltfreundliche Fahrzeuge, Investitionen in energieeffiziente Technologien und nachhaltige Prozessoptimierungen leisteten einen messbaren Beitrag zu den Klimazielen des Landes. Die Erreichung der Klimaneutralität sei kein Endpunkt, sondern die Grundlage für weitere Schritte, betont das Unternehmen.

Verhaltener Ausblick auf 2026

Für das laufende Jahr zeigt sich die Post zurückhaltend. Der strukturelle Rückgang im Briefbereich, zunehmender Wettbewerbsdruck, sinkende Margen sowie wachsende regulatorische Anforderungen im grenzüberschreitenden Versand bleiben wesentliche Herausforderungen. Mit dem Auslaufen der Strategieperiode 2022–2026 rückt die Entwicklung einer neuen Unternehmensstrategie in den Vordergrund. Die Post kündigt an, ihr Geschäftsmodell breit abgestützt weiterzuführen und konsequent auf Innovation, Kundenorientierung und operative Effizienz zu setzen – mit dem Ziel, den Universaldienst langfristig eigenständig und nachhaltig sicherzustellen.

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