Iran blockiert Strasse von Hormus – Waffenruhe bereits nach einem Tag gefährdet
Die erst kürzlich vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen Iran und den USA steht nach nur einem Tag vor dem Scheitern. Der Iran hat die Strasse von Hormus blockiert – eine der strategisch wichtigsten Meerengen der Welt. Lediglich zwei Öltanker passierten die Meerenge, bevor der Schiffsverkehr laut Berichten eingestellt wurde.
Auslöser der Eskalation ist Israels massive Luftoffensive gegen die Hisbollah im Libanon, bei der nach Angaben der Behörden mindestens 182 Menschen getötet und rund 900 weitere verletzt wurden. Der Iran betrachtet diese Angriffe als Verstoss gegen die Bedingungen der Waffenruhe und reagierte mit der Sperrung der Meerenge.
Der iranische Parlamentspräsident warf den USA vor, bereits drei zentrale Punkte des iranischen Forderungskatalogs verletzt zu haben. Aussenminister Abbas Araghchi forderte unmissverständlich: „Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges über Israel.»
Das Weisse Haus verlangte die „unverzügliche, schnelle und sichere» Wiedereröffnung der Meerenge und betonte, die Waffenruhe gelte ausdrücklich nicht für den Libanon. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu erklärte seinerseits, die Waffenruhe sei „nicht das Ende des Kampfes», sondern lediglich eine „Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele».
Analysten sehen in der Blockade der Strasse von Hormus eine der wirkungsvollsten strategischen Massnahmen des Iran gegenüber den USA. Durch die Meerenge werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert. Eine anhaltende Sperrung könnte die globalen Energiemärkte erheblich destabilisieren und die Ölpreise stark ansteigen lassen.
