EU einigt sich auf Umsetzung des Zolldeals mit den USA

Gebäude der EU in Brüssel

Gebäude der EU in Brüssel | Foto: Gregor Meier

Nach monatelangen Verhandlungen haben Vertreter des Europaparlaments und des Rats der 27 EU-Mitgliedsstaaten in der Nacht auf Mittwoch in Strassburg eine Einigung erzielt. Der Weg für die Umsetzung des sogenannten Turnberry-Abkommens – des Handelsdeals zwischen der EU und den USA – ist damit frei.

Das Turnberry-Abkommen, offiziell «Agreement on Reciprocal, Fair, and Balanced Trade», war im August 2025 von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump auf Trumps Golfresort in Schottland vereinbart worden. Kern des Deals: Die EU schafft Zölle auf US-Industriewaren wie Autos und Maschinen ab und gewährt amerikanischen Agrarprodukten und Meeresfrüchten besseren Marktzugang. Im Gegenzug verpflichtete sich Trump, die US-Zölle auf die meisten EU-Produkte auf maximal 15 Prozent zu begrenzen – mit Nullzöllen in strategischen Bereichen wie Flugzeugkomponenten, kritischen Rohstoffen und Halbleiterausrüstung.

Die Einigung kam nicht ohne Druck zustande. Anfang Mai hatte Trump der EU vorgeworfen, das Abkommen nicht einzuhalten, und angedroht, die Zölle auf europäische Autos von derzeit 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Diese Drohung beschleunigte die stockenden Verhandlungen zwischen Parlament und Rat erheblich.

Die Einigung enthält eine wichtige Klausel: Die europäischen Zollzugeständnisse können ausgesetzt werden, sollten die USA ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Die Einigung muss nun noch vom Ministerrat und dem Plenum des Europaparlaments bestätigt werden. Spätestens am 4. Juli sollen die neuen Regelungen in Kraft treten.

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