Razzia bei Perrier: Nestlé im Visier französischer Ermittler

Wasser

Französische Antibetrugsbehörden haben am Dienstag die Abfüllanlage der Wassermarke Perrier im südfranzösischen Vergèze sowie ein Nestlé-Labor in den Vogesen durchsucht. Es geht um den Verdacht des Verbraucherbetrugs. Nestlé bestätigte die Razzien und erklärte, man kooperiere «in vollem Umfang mit den zuständigen Behörden». Die Antibetrugsbehörde lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Kern der Vorwürfe: Perrier soll jahrelang verbotene Wasseraufbereitungsverfahren eingesetzt haben – darunter UV-Bestrahlung, Aktivkohlefilter und Mikrofiltration –, um bakterielle Verunreinigungen zu beseitigen. Solche Methoden sind bei natürlichem Mineralwasser nach EU-Recht unzulässig, da sie die Ursprünglichkeit des Wassers verändern. Wasser, das so behandelt wird, darf nicht mehr als «natürliches Mineralwasser» vermarktet werden.

Der Skandal schwelt seit 2024, als französische Medien enthüllten, dass Perrier und andere Mineralwassermarken derartige Verfahren anwendeten. Eine parlamentarische Untersuchungskommission des Senats stellte fest, dass die Regierung davon gewusst, aber nichts unternommen haben soll. Bereits im vergangenen Jahr war Nestlé deswegen mit einer Busse von zwei Millionen Euro belegt worden, und mehrere Perrier-Chargen wurden vom Markt zurückgezogen. Eine frühere Strafanzeige einer Konsumentenorganisation bei der Pariser Staatsanwaltschaft hatte das aktuelle Ermittlungsverfahren erst ins Rollen gebracht.

Für den Schweizer Lebensmittelkonzern, der Perrier, Vittel und San Pellegrino unter seinem Dach vereint, ist die Razzia ein weiterer Rückschlag in einem anhaltenden Reputationsstreit um die Echtheit seiner Mineralwässer.

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