Schweiz importiert 240 Millionen Eier mehr: Bundesrat erhöht Zollkontingent

Grenzzaun

Der Schweizer Eiermarkt hält mit dem wachsenden Konsum nicht Schritt. Weil die heimische Produktion die steigende Nachfrage nicht mehr decken kann, hat der Bundesrat das Zollkontingent für Konsumeier massiv ausgeweitet: um 15 000 Tonnen auf neu 36 000 Tonnen. Das entspricht einer Erhöhung von 71 Prozent gegenüber dem bisherigen Kontingent und ermöglicht den Import von rund 240 Millionen zusätzlichen Eiern zum reduzierten Zollsatz bis Ende 2026.

Hintergrund ist ein deutlich gestiegener Appetit: Im Jahr 2025 knackte der Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz erstmals die Marke von 200 Eiern pro Jahr – ein Anstieg von knapp 11 Prozent gegenüber 2023. Die inländischen Produzenten haben zwar reagiert und ihre Produktion 2025 um fast 7 Prozent auf 1,2 Milliarden Eier gesteigert; dieses Wachstum reicht jedoch nicht aus, um die Versorgung zu sichern.

Die zusätzlichen Importmengen werden in zwei Tranchen freigegeben: 9 750 Tonnen ab dem 1. Mai 2026 und weitere 5 250 Tonnen ab dem 1. September 2026. Als Gegenleistung verpflichtet sich der Handel, vereinbarte Mengen an Schweizer Eiern abzunehmen – ein Ausgleich, der die einheimischen Produzenten vor einem reinen Verdrängungswettbewerb durch günstigere Importware schützen soll.

Liechtenstein, das Teil des Schweizer Zollgebiets ist, profitiert automatisch von der Kontingentserweiterung. Die Massnahme dürfte dazu beitragen, allfällige Engpässe und Preisanstiege im Detailhandel abzufedern.

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