Schweizer Exportwirtschaft zwischen Hormuz und Hoffnung

Guy Parmelin bei der Unterzeichnung des EFTA-Chile Freihandelsabkommen | Foto: Gregor Meier

Guy Parmelin bei der Unterzeichnung des EFTA-Chile Freihandelsabkommen | Foto: Gregor Meier

Die Blockade der Strasse von Hormuz hat die globalen Lieferketten erschüttert. Am Runden Tisch in Bern fragt sich die Schweizer Exportwirtschaft, was das konkret bedeutet und wie lange es noch dauert.

Bundespräsident Guy Parmelin empfing am Dienstag zum zwölften Mal Vertreter von Wirtschaftsverbänden, Handelskammern und Kantonen. Die Stimmung war angespannt, aber nicht hoffnungslos. Die Teilnehmer berichteten von Planungsschwierigkeiten und wachsendem Druck durch steigende Energiekosten, zunehmende Regulierung und brüchige Logistikketten. Gleichzeitig zeigten sich viele zuversichtlich – ein Widerspruch, der die Lage gerade gut beschreibt.

Parmelin gab sich kämpferisch. Die Antwort auf geopolitischen Druck könne nur sein, Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Innovationskraft zu stärken. Als konkrete Hebel nannte er neue Freihandelsabkommen mit Indien, Thailand, Malaysia und dem Mercosur-Raum – Märkte, die Marktzugang sichern sollen, nachdem andernorts Zugänge eingeschränkt werden.

Aus den Reihen der Wirtschaftsvertreter klang nicht nur Zustimmung. Einige Verbände mahnten, dass Abkommen zwar langfristig nützten, kurzfristige Engpässe aber nicht lösten. Gerade für kleinere Unternehmen – in der Schweiz wie in Liechtenstein – sei die Unsicherheit der nächsten Monate das eigentliche Problem.

Ob die neuen Freihandelsabkommen rechtzeitig wirksam werden, um die laufenden Turbulenzen abzufedern, ist offen. Das Risiko: Die Märkte brauchen Klarheit jetzt – die Abkommen liefern sie frühestens in einigen Jahren.

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