Teleshopping-Sender Mediashop sperrt zu – 160 Mitarbeiter betroffen

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Für den Teleshopping-Anbieter Mediashop GmbH ist das Ende gekommen. Das Unternehmen zog seinen Antrag auf einen Sanierungsplan zurück. Das Insolvenzverfahren läuft nun als Konkurs weiter.

Insolvenzverwalter Michael Lentsch informierte am Donnerstag über den Schritt. Zuvor prüfte das Unternehmen mehrere Massnahmen, um den Betrieb zu retten. Gespräche mit Beteiligten brachten zwar positive Signale. Dennoch flossen zugesagte Beiträge nicht schnell genug und nicht in ausreichender Höhe.

Damit fehlt dem Unternehmen die Grundlage für eine Fortführung. Der Insolvenzverwalter bereitet nun den Verkauf vor. Ziel bleibt, Unternehmensteile oder Vermögenswerte möglichst gewinnbringend zu verwerten. Erste Interessenten meldeten sich bereits im laufenden Investorenprozess.

Rund 160 Beschäftigte arbeiten für Mediashop in Österreich. Geschäftsführung und Insolvenzverwalter informierten die Mitarbeiter bereits über die Entwicklung. Am Montag folgen Informationsveranstaltungen gemeinsam mit der Arbeiterkammer sowie Betriebsversammlungen. Hoffnung besteht, dass ein Käufer zumindest Teile des Unternehmens übernimmt und Arbeitsplätze erhält.

Auch der Alpenländische Kreditorenverband meldete sich zu Wort. Nach Angaben des Gläubigerschutzverbandes gerieten mehrere wichtige Vertriebsgesellschaften ebenfalls in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Weitere Insolvenzen innerhalb der Unternehmensgruppe gelten als möglich. Betroffen könnten auch die Muttergesellschaft und mehrere Tochterfirmen sein.

Ausstehende Zahlungen dieser Vertriebsgesellschaften dürften ausfallen. Genau mit diesen Einnahmen hatte Mediashop jedoch gerechnet. Das fehlende Geld reisst ein Loch in die Liquidität. Eine Fortführung des Betriebs hätte die Finanzierungslücke nicht mehr schliessen können.

Mediashop entstand 1999. Das Unternehmen verkaufte Produkte aus Haushalt, Küche, Fitness, Gesundheit, Beauty und Lifestyle. Bekannt wurde der Anbieter durch seine TV-Verkaufsformate. Nach eigenen Angaben betreibt Mediashop den Sender „Meine Einkaufswelt“. Die Programme liefen zuletzt auf rund 175 Fernsehsendern.

In den vergangenen Jahren veränderte sich der Markt stark. Onlinehandel und neue Konsumgewohnheiten setzten Teleshopping-Anbieter zunehmend unter Druck.

Der Konzern setzte zuletzt rund 170 Millionen Euro um. Insgesamt arbeiteten knapp 400 Menschen für Mediashop in zehn europäischen Ländern. Neben Österreich zählten dazu Deutschland, die Schweiz, Liechtenstein, die Niederlande, Ungarn, Tschechien, Rumänien, die Slowakei und die Türkei.

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