Hegeschau 2026: Herausforderungen prägen Jagdjahr
Im festlich geschmückten SAL fand heute die Hegeschau 2026 statt. Zahlreiche Jäger, Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie interessierte Gäste nutzten die Gelegenheit, um auf das vergangene Jagdjahr zurückzublicken und aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Für die musikalische Umrahmung sorgten traditionsgemäss die Jagdhornbläser und verliehen der Veranstaltung einen würdigen Rahmen.
Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni sprach in ihrer Ansprache zentrale Themen an, welche die Jagd und den Lebensraum Wald zunehmend prägen. Die wachsenden Freizeitaktivitäten im Wald würden zu Problemen führen und das Wild immer scheuer machen. Zudem stellten Krankheiten – etwa Tuberkulose beim Rotwild – eine ernstzunehmende Herausforderung dar.
„Jagd ist ein wichtiger Teil unserer Verantwortung und gelebter Naturschutz“, betonte Monauni. Um gesunde Wildbestände zu erhalten, sei eine enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Verwaltung unerlässlich.
Auch der Präsident der Liechtensteiner Jägerschaft, Kevin Marte, dankte den anwesenden Jägern für ihren grossen Einsatz im vergangenen Jahr. „Die Anwesenheit zeigt die Verbundenheit mit unserer Passion“, sagte er mit Blick auf den gut gefüllten Saal.
In seinem Rückblick auf das Jagdjahr zog Marte eine differenzierte Bilanz: Die Abschusszahlen beim Rehwild und beim Damwild seien erreicht worden, ebenso jene beim Rotwild. Dennoch regte er an, die Abschussvorgaben grundsätzlich zu überdenken. Insbesondere die in diesem Jahr durchgeführten Nachtjagden hätten Auswirkungen gezeigt. Diese führten dazu, dass das Wild noch scheuer werde und sich zunehmend in Schutzwälder zurückziehe, wo es Schäden verursache und schwieriger zu bejagen sei.
„Schlussendlich wollen wir alle das Gleiche: Abschusszahlen erreichen, damit gesunde Wildbestände bleiben, eine waidmännische Jagd und einen gesunden Wald“, fasste Marte zusammen. Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern sei dabei von grosser Bedeutung und habe sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert.
Ein weiteres Thema war die Problematik der Wildtierunfälle. Marte lobte in diesem Zusammenhang die Planungen für eine Wildtierquerung in Nendeln, die künftig zur Entschärfung der Situation beitragen soll.
Die Hegeschau 2026 zeigte einmal mehr: Zwischen Tradition, Verantwortung und modernen Herausforderungen bleibt die Jagd ein bedeutender Bestandteil des gelebten Natur- und Waldschutzes in Liechtenstein.

