VU und DpL wollen Verkauf des «Zollhaus Steg» stoppen
Das «Zollhaus Steg» soll nicht verkauft werden. Das fordern Abgeordnete der Vaterländischen Union (VU) gemeinsam mit Parlamentariern der DpL in einem heute im Landtag eingereichten Postulat.
Mit dem Vorstoss wird die Regierung aufgefordert, vom geplanten Verkauf der Liegenschaft abzusehen und stattdessen Varianten für eine künftige Nutzung im öffentlichen Interesse zu prüfen. Ziel ist es, die Parzelle dauerhaft im Eigentum des Landes zu halten und ihr Potenzial für die Infrastruktur im Berggebiet zu sichern.
Kein Verkaufsdruck – grosse strategische Bedeutung
In der Begründung des Postulats heisst es: «Das Land Liechtenstein verfügt über eine ausgezeichnete finanzielle Ausgangslage». Das Landesvermögen betrug per Ende 2024 2,741 Milliarden Franken. Eine akute finanzielle Not, die einen sofortigen Verkauf rechtfertigen würde, bestehe nicht. Im Gegenteil: Die langfristige Werthaltigkeit und die strategische Flexibilität der Liegenschaft überwiegen einen kurzfristigen Erlös bei weitem.
Die Parzelle liegt zentral direkt bei der Bushaltestelle Steg und unmittelbar neben den Langlaufloipen Steg-Valüna. Sie gilt als wichtige Reserve für künftige Entwicklungen im gesamten Berggebiet. Ein Verkauf an Private würde diese Optionen unwiderruflich zunichtemachen.
Konkrete Nutzungsideen für das Gemeinwohl
Die Postulanten sehen grosses Potenzial für öffentliche Einrichtungen, die den Menschen in der Region und den Gästen direkt zugutekommen:
- Eine behindertengerechte öffentliche Toilettenanlage an der stark frequentierten Bushaltestelle Steg. Die Gemeinde Triesenberg hat den Bedarf bereits klar kommuniziert – bisher gibt es im ganzen Steg-Bereich keine barrierefreie öffentliche Toilette.
- Ein einfaches Skidepot für Langläuferinnen und Langläufer, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen. Damit würde die nachhaltige Mobilität gefördert – ein erklärtes Ziel der Energiestrategie 2030/Vision 2050.
- Ergänzende Infrastruktur zum grossen «Infrastrukturprojekt Steg» des Vereins zur Förderung des nordischen Skisports, für das der Landtag im November 2023 bereits einen Verpflichtungskredit von 3,527 Millionen Franken bewilligt hat.
Die Liegenschaft biete ideale Voraussetzung, um diese Projekte sinnvoll zu ergänzen und langfristig zu sichern, heisst es in der Postulatsbegründung.
Hintergrund: Verkaufsplan im Hochbautenbericht 2026
Die Regierung hatte im Hochbautenbericht 2026 den geplanten Verkauf der Liegenschaft angekündigt, die zum Finanzvermögen des Landes gehört. Bereits in der Landtagssitzung vom 5. bis 7. November 2025 hatten mehrere Abgeordnete Bedenken geäussert. Mit dem heutigen Postulat wird nun formal verlangt, diese Pläne zu überdenken und dem Landtag konkrete Alternativen vorzulegen.
Roger Schädler (VU) betont: Ein Verkauf an den Meistbietenden würde die Entwicklungsmöglichkeiten im öffentlichen Interesse dauerhaft verbauen. Private Investoren verfolgten primär kommerzielle Ziele, die nicht zwingend mit den Bedürfnissen der Bevölkerung und des Tourismus übereinstimmen.

