Lagarde kassiert 130’000 Franken von Basler Bank

Christine Lagarde

Christine Lagarde | Foto: Philippe Buissin / European Union

EZB-Präsidentin Christine Lagarde steht wegen ihrer Nebenvergütung unter Druck. Die Financial Times berichtete am Montag, dass sich EZB-Mitarbeiter in internen Foren über eine angebliche Ungleichbehandlung beschwert haben.

Auslöser ist eine Zahlung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Auf Anfrage von EU-Parlamentariern legte Lagarde offen, dass sie 2025 für ihre Tätigkeit im BIZ-Board insgesamt 130’457 Franken erhielt. Lagarde betonte, die Zahlungen entsprächen dem Verhaltenskodex für ranghohe EZB-Beamte.

Tatsächlich regelt dieser Kodex solche Fälle ausdrücklich. Darin steht: „Mitglieder und Stellvertreter können eine Vergütung und die Erstattung von Auslagen für private Tätigkeiten annehmen, sofern diese Vergütung und diese Auslagen im Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen und innerhalb des üblichen Rahmens liegen.» Weil die EZB diese Tätigkeit nicht selbst vergütet, tauchte das Geld im EZB-Jahresabschluss nicht auf, erklärte Lagarde.

Andere Zentralbankchefs handhaben das anders. Fed-Chef Jerome Powell und Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey nehmen keine BIZ-Bezüge an. Im Fall der Fed verbietet US-Recht Beamten schlicht, Geld von ausländischen Institutionen anzunehmen. Die Banque de France gehört zu den wenigen Zentralbanken, die solche Zahlungen überhaupt offenlegen — und verlangt die Hälfte des Festgehalts zurück.

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