Vom 14. bis 22. März 2026 steht Liechtenstein ganz im Zeichen von Josef Gabriel Rheinberger. Zum 125. Todestag des Komponisten lädt die Internationale Josef Gabriel Rheinberger Gesellschaft zum Rheinberger-Festival. Das Patronat übernimmt Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein.
Die Veranstalter stellten am Mittwoch an einer Medienkonferenz das Programm vor. Das Festival spannt einen weiten Bogen durch Rheinbergers Werk. Orgelmusik, Kammermusik und grosse Chorwerke prägen die Konzertreihe. Die Organisatoren setzen bewusst auf Vielfalt. Sie wollen Rheinberger als lebendigen, modernen Komponisten zeigen.

Entstehung des Festivals
Die Idee entstand vor zwei Jahren. Ein Mitglied der Familie Rheinberger trat mit dem Vorschlag an die Organisatoren heran. Der 125. Todestag bot den passenden Anlass für ein einwöchiges Festival.
Die Veranstalter wählten bewusst den März statt des Todestages im November. Der Frühling wirkt freundlicher. Zudem herrscht im November dichtes Gedränge mit anderen Veranstaltungen.
Programm und Künstler
Das Festival eröffnet am 14. März mit einem Orgelkonzert von Hannfried Lucke in der Pfarrkirche Schaan. Lucke lehrt am Mozarteum Salzburg und improvisiert auch über ein vorgegebenes Thema.
Am 15. März folgen zwei Konzerte im Rathaussaal Vaduz. Das Trio Vecando spielt gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein Kammermusik. Am Abend singt die koreanische Sopranistin Sinwon Kim Lieder von Josef Gabriel und Fanny Rheinberger. Sandra und Jürg Hanselmann spielen vierhändige Klavierwerke.
Am Geburtstag des Komponisten, dem 17. März, tritt Andreas Groethuysen mit dem Minguet Quartett auf. Das deutsche Streichquartett gewann bereits mehrere Schallplattenpreise. Sie spielen Brahms‘ f-Moll-Quintett und Rheinbergers zweites Streichquartett.
Einen Tag später, am 18. März, gibt das Klavierduo Tal-Groethuysen ein Konzert. Sie spielen Fantasien von Czerny, Schubert und Rheinberger. Das Minguet Quartett wirkt beim Oktett für Klavier zu vier Händen mit. Die junge österreichische Pianistin Hanna Bachmann gibt am 19. März einen Klavierabend. Sie spielt Rheinbergers letzte Klaviersonate, die Romantische.
Am 21. März spielen Solisten der Kammerphilharmonie Graubünden unter der Leitung von Philippe Bach. Sie führen Rheinbergers Nonett Es-Dur auf. Das Programm enthält auch die Uraufführung von Jürg Hanselmanns Nonett g-Moll.
Das Festival endet am 22. März im SAL Schaan. Das Chorseminar Liechtenstein und das Sinfonieorchester Liechtenstein führen Rheinbergers Oratorium «Christoforus» auf. William Maxfield dirigiert das Werk für Gesangssolisten, Chor und Orchester.
Ausstellung und Rahmenprogramm
Die Musikschule Liechtenstein zeigt vom 26. Januar bis 31. März eine Ausstellung zu Rheinbergers Leben und Werk. Die Rollups informieren an allen drei Standorten über seine Biografie, seine Familie und seine Verbindungen zu Kirche, Adel und anderen Komponisten.
Das Landesarchiv präsentiert im März Originaldokumente. Besucher sehen unter anderem die Messe in Es-Dur, die der 17-Jährige 1856 schrieb und der Kirche St. Florin widmete. Das Landesarchiv bewahrt das Originalautograf auf.
Ein weiteres Highlight bildet das Textum Passionale von 1864 – das wertvollste Autograf im Besitz Liechtensteins. Der musikalische Nachlass Rheinbergers liegt in der Bayerischen Staatsbibliothek. Liechtenstein besitzt den privaten Nachlass mit Fotos, Briefen und Erstdrucken.
Führungen durch die Ausstellung ergänzen das Festivalprogramm.
