Sondereffekte und Sparkurs treiben den LLB-Gewinn
LLB CEO Christoph Reich bei der Generalversammlung | Foto: Gregor Meier
Die Liechtensteinische Landesbank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 105 Mio. Franken ausgewiesen, 15.3 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Der Sprung geht allerdings kaum auf das operative Kerngeschäft zurück: Der Geschäftsertrag der Gruppe stagnierte praktisch bei 315.5 Mio. Franken – ein Plus von 0.9 Prozent.
Zwei Posten erklären den Gewinnanstieg fast vollständig. Zum einen sank der Geschäftsaufwand um 14 Mio. auf 190.6 Mio. Franken, weil die einmaligen Integrationskosten für die im Vorjahr übernommene ZKB Österreich wegfielen und der Personalbestand nach der Realisierung von Synergien tiefer liegt. Zum anderen lag der übrige Erfolg 9.4 Mio. Franken über dem Vorjahreswert – im Wesentlichen dank Erträgen aus einer Vermittlungsvereinbarung im Zusammenhang mit dem Rückzug aus dem Middle-East-Geschäft. Beide Effekte dürften sich nicht wiederholen lassen. Ohne sie hätte die Bank ein rückläufiges Ergebnis präsentiert.
Zinsgeschäft unter Druck
Innerhalb des Ertrags verschieben sich die Gewichte weiter. Das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft legte um 5.9 Prozent zu, gestützt auf höhere Volumina und eine im Frühjahr während der geopolitischen Spannungen vorübergehend rege Handelstätigkeit der Kunden. Der Zinserfolg dagegen ging zurück – das tiefe Frankenzinsniveau lastet auf der klassischen Ertragsquelle einer Universalbank. Für die Risikovorsorge bildete die Gruppe Rückstellungen von 4.7 Mio. Franken.
Die Aufwandseite hat die Effizienzkennzahl deutlich verbessert: Die Cost-Income-Ratio fiel von 65.7 auf 59.5 Prozent. Die Eigenkapitalrendite blieb mit 8.8 Prozent (Vorjahr: 8.1 Prozent) hingegen vergleichsweise bescheiden. Die Tier-1-Ratio sank von 19.0 auf 18.5 Prozent, bleibt damit aber komfortabel über den regulatorischen Anforderungen.
Neugeld deutlich über Vorjahr
Im Volumengeschäft fällt die Bilanz klarer aus. Das Geschäftsvolumen überschritt mit 132.1 Mia. Franken erstmals die Marke von 130 Milliarden, die Kundenvermögen erreichten 115.0 Mia. Franken. Zum Zuwachs von 5.0 beziehungsweise 5.6 Prozent seit Jahresende trugen neben den Marktentwicklungen auch Netto-Neugeldzuflüsse von 2.2 Mia. Franken bei – deutlich mehr als die 1.4 Mia. Franken des Vorjahres. Die Zuflüsse verteilen sich laut Bank auf beide Marktdivisionen und alle drei Buchungszentren in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich.
Auch im Kreditgeschäft ist die Gruppe zurück im Wachstum. Nach einem Abbau von 239 Mio. Franken im Vorjahressemester – die Bank hatte ihr Kreditbuch bewusst auf Rentabilität getrimmt – legten die Net New Loans um 211 Mio. Franken zu.
Verwaltungsratspräsident Georg Wohlwend wertet das Ergebnis als Bestätigung der eingeschlagenen Richtung. „Das Marktumfeld ist auch im ersten Halbjahr 2026 anspruchsvoll geblieben. Dass wir das Ergebnis trotzdem steigern und gleichzeitig effizienter werden konnten, zeigt, dass unser Geschäftsmodell trägt“, liess er sich in der Mitteilung zitieren.
Strategiewechsel im September
Die Zahlen fallen in die Schlussphase der Strategie ACT 26, die nach viereinhalb Jahren ausläuft. Die Bank erklärt sämtliche Zielsetzungen für erreicht. Group CEO Christoph Reich spricht von einer Gruppe, die heute „effizienter, innovativer und nachhaltiger“ agiere als vor fünf Jahren. Woran sich die Bank künftig messen lassen will, wird am 22. September bekannt – dann präsentiert sie die Nachfolgestrategie. Damit dürfte auch die Frage beantwortet werden, wie die LLB den stagnierenden Ertrag wieder in Bewegung bringen will, wenn Kostensenkungen und Einmaleffekte ausgeschöpft sind.
Für das Gesamtjahr bleibt die Gruppe bei ihrer Prognose vom Februar und erwartet ein solides Ergebnis. Das Marktumfeld dürfte anspruchsvoll bleiben.

