Post erhöht Briefpreise, Pakete bleiben gleich teuer
Prototypische Visualisierung eines «AmiGo»-Fahrzeugs, wie es im Einsatz sein wird. (Bild: PostAuto).
Die Schweizerische Post und der Preisüberwacher haben sich auf ein neues Preispaket geeinigt: Wer Pakete verschickt, zahlt bis Ende 2029 gleich viel wie bisher, bei den Briefen hingegen wird es teurer. Die auf drei Jahre angelegte Vereinbarung soll die Grundversorgung finanziell absichern – gleichzeitig macht der Preisüberwacher deutlich, dass er das nicht als Dauerlösung sieht.
Ursprünglich hatte die Post ein Preismassnahmenpaket im Umfang von CHF 102.7 Mio. für eine zweijährige Regelung angemeldet. Herausgekommen ist nach den Verhandlungen ein Kompromiss mit kleinerem Volumen, dafür längerer Laufzeit: CHF 60.7 Mio. an Massnahmen ab 1. Januar 2027 sowie weitere CHF 19.8 Mio. ab 2029, insgesamt also rund CHF 80.5 Mio. über drei Jahre bis Ende 2029.
Pakete bleiben unangetastet, bei Briefen wird umgebaut
Für Konsumenten, die vor allem Pakete verschicken, ändert sich vorerst nichts: Die Listenpreise für nationale und internationale Paketsendungen sowie der Online-Rabatt für selbst frankierte, nationale Pakete bleiben bis 2030 stabil. Auch bei Zusatzleistungen wie Postumleitung, Postnachsendung und Zollabfertigung verzichtet die Post auf die ursprünglich geplanten Anpassungen.
Der finanzielle Druck wird stattdessen im Briefgeschäft abgefedert – dort, wo laut Post die Kosten der Grundversorgung besonders zu Buche schlagen. Die Gewichtsstufen werden neu zugeschnitten: Als Standardbrief gilt künftig, was bis 50 Gramm wiegt statt bisher bis 100 Gramm. Weil aber über 95 Prozent aller heutigen Standardbriefe ohnehin unter diese Grenze fallen, betrifft die Umstellung praktisch kaum jemanden in der Kategorie selbst – wohl aber den Preis. Ein A-Post-Standardbrief kostet neu CHF 1.40, ein B-Post-Standardbrief CHF 1.10. Zwischen 51 und 500 Gramm gilt neu die Kategorie Midibrief; hier bleibt der A-Post-Preis mit CHF 1.70 unverändert, während B-Post-Midibriefe auf CHF 1.35 steigen. Grossbriefe kosten künftig CHF 2.75 (A-Post) beziehungsweise CHF 2.25 (B-Post). A-Post-Plus-Sendungen und Einschreiben verteuern sich analog zum Standardbrief um 20 Rappen.
Neu im Sortiment ist ausserdem der Volumenbrief für den einfachen Versand kleinerer Waren, der den bisherigen „Formatzuschlag“ auf Briefprodukten ablöst. Mit CHF 4.20 liegt er unter den ursprünglich beantragten CHF 4.50 – ein Punkt, den der Preisüberwacher offenbar nach unten korrigieren konnte. Ab 2029 kommen zusätzliche Massnahmen bei B-Post-Massensendungen und Promopost hinzu.
Preisüberwacher pocht auf politische Lösung
Trotz der Einigung bleibt der grundsätzliche Streitpunkt ungelöst: Wie soll die Grundversorgung langfristig finanziert werden, ohne dass die Kundschaft die Zeche über immer neue Preisrunden zahlt? Der Preisüberwacher richtet den Ball an die Politik und fordert im Rahmen der anstehenden Revision des Post- und des Postorganisationsgesetzes, die bis 2030 ansteht, tragfähige Rahmenbedingungen zu schaffen.
Klar positioniert er sich zudem in der Dividendenfrage: Eine günstige Grundversorgung, der Aufbau neuer digitaler Angebote und gleichzeitig eine Dividende an den Bund als Eignerin seien unter den heutigen Bedingungen nicht mehr gleichzeitig zu haben. Der Preisüberwacher spricht sich deshalb weiterhin gegen Dividendenzahlungen der Post aus – aus seiner Sicht liegt der volkswirtschaftliche Nutzen der selbstfinanzierten Grundversorgung bereits im angemessenen Gegenwert für das vom Bund eingesetzte Kapital.

