Bilanz zur 25. LIHGA: Die Jubiläumsmesse lebt von den Begegnungen
Einen Tag vor dem Schlusstag der 25. LIHGA hat Messeleiter Georges Lüchinger die Aussteller zur traditionellen Feedback-Runde am zweiten Messefreitag geladen. Vertreten waren Stiftungen, Kultur, Sport, Gewerbe, die Universität, die Gastgemeinde und die Standortgemeinde – eine Zusammensetzung, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Das Fazit fällt einhellig aus: Was die Jubiläumsmesse trägt, sind nicht die Besucherzahlen, sondern die Gespräche.
Die Universität Liechtenstein nutzte die LIHGA für ihr Doppeljubiläum – 65 Jahre seit der Gründung des Abendtechnikums 1961 und 15 Jahre Universität. Der Auftritt sei bewusst als eine Art Wunderkammer angelegt worden, um die Vielfalt des Hauses zu zeigen und ins Gespräch zu kommen. Für viele im Land sei die Uni ein Ort, den man vom Vorbeifahren kenne, aber nicht von innen. Blickfang ist ein 3D-Modell, das Architekturstudenten gebaut haben.
Als LIHGA-hilft-Projekt war dieses Jahr Pink Ribbon Liechtenstein an der Messe – gemeinsam mit dem Liechtensteinischen Roten Kreuz und der Krebshilfe Liechtenstein. Unter dem Motto „Staying Alive“ teilen sich die drei Organisationen rund 80 Quadratmeter Standfläche, gemeinsamer Nenner ist die Blutstammzell-Spenderregistrierung.
„Wir sind alle 100 Prozent am Arbeiten und ehrenamtlich im Vorstand – wir hatten Respekt vor der Aufgabe“, sagte Martina Adank-Miller, Vizepräsidentin von Pink Ribbon Liechtenstein. Umso deutlicher fällt ihre Bilanz aus: Allein am ersten Messetag habe es rund 50 Registrierungen gegeben. Der betreuende Fachmann der Schweizer Partnerorganisation habe erstaunt festgestellt, dass Messeauftritte in der Schweiz deutlich weniger bringen – seine Erklärung: Im Land kenne man einander, das senke die Hemmschwelle. Dazu kam eine Postkartenaktion, bei der ein Partner pro verschenkter Karte neun Franken spendete.
Jubiläen im Jubiläumsjahr
Auch bei den Partnern fielen Anlass und Messe zusammen. Presenting-Partner Kyberna AG feiert 40 Jahre IT aus Liechtenstein. CEO Alexander Zorn zog ein klares Fazit: Bekanntheit im Land zurückgewonnen, ein neues Standkonzept mit eigener Themenwelt umgesetzt – und an der KI-Fotobox habe man gesehen, woran sich eine gelungene Messe ablesen lasse: „Wenn die Leute Freude haben.“
20 Jahre alt wird die KULMAG Kulturmanagement AG von Drazen Domjanic. Hinter bekannten Marken wie Vaduz Classic, dem Sinfonieorchester Liechtenstein oder der Musikakademie stehe eine Firma, die kaum jemand kenne, sagte er – Grund genug für einen ersten grossen Auftritt. Das Ticketing habe in diesem Jahr bereits über 37 000 verkaufte Tickets erreicht, wichtig sei dabei, dass die Daten im Land blieben. Die Firma geht nächstes Jahr an das Sinfonieorchester und die Musikakademie über.
Gastgemeinde und Gastgeberin
Gamprin präsentiert sich als Gastgemeinde mit dem Projekt Unterbändern. Vorsteher Johannes Hasler sprach von übertroffenen Erwartungen: Man habe bewusst nicht hundert Themen zeigen wollen, sondern eines, das handfest ist – und den eigenen Ausstellern viel Raum gelassen. Der Austausch am Abend sei so intensiv gewesen, dass man die Gäste jeweils sanft hinausbegleiten musste.
Für Daniel Hilti ist es die elfte und letzte LIHGA als Vorsteher von Schaan. Seit einem halben Jahrhundert findet die Messe in der Gemeinde statt, und Schaan will auch künftig Gastgeberin bleiben. Die Erwartungen seien mit jeder Ausgabe gestiegen, sagte Hilti – weil die Messe selbst vielfältiger geworden sei.
Was die Zahlen nicht zeigen
Erstmals dabei war die Stiftung Lebenswertes Liechtenstein. Geschäftsführer Michael Meirer, seit zehn Jahren im Land, war nach eigenen Worten zum ersten Mal an der LIHGA – und hätte früher kommen sollen. 3000 Bücher hat die Stiftung ausgegeben, alle sind weg. Der Messeauftritt sei die richtige Entscheidung gewesen, um aus der eigenen Fachblase herauszukommen: Hier erreiche man nicht einfach Publikum, sondern Liechtensteiner.
Als Pilotprojekt lief erstmals wieder der Bereich Sport mit, unter anderem mit Billard – aus Sicht der Beteiligten mit viel Potenzial für eine Fortsetzung in zwei Jahren.
Messeleiter Georges Lüchinger verwies zum Schluss auf eine Beobachtung, die sich in allen bisherigen Ausstellerumfragen bestätigt hat: Der beste Messetag war nie jener mit den meisten Besuchern. Es gehe offensichtlich um etwas anderes.

