Bischof Elbs meldet sich in der Debatte um die Fristenlösung zu Wort

Bischof Benno Elbs

Bischof Benno Elbs

Der Apostolische Administrator des Erzbistums Vaduz, Bischof Benno Elbs, hat sich in die laufende Diskussion um eine mögliche Einführung der Fristenlösung in Liechtenstein eingebracht. In einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme tritt er für einen umfassenden Schutz des ungeborenen Lebens ein und verbindet dies mit der Forderung nach mehr Unterstützung für werdende Eltern.

Lebensschutz und Hilfe gehören für ihn zusammen

Für die Katholische Kirche beginnt menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle und endet mit dem natürlichen Tod. Jedes ungeborene Kind besitze daher von Anfang an eine eigene Würde und denselben Schutzanspruch wie jeder andere Mensch, hält Elbs fest. Die Sorge der Kirche gelte generell Menschen in verletzlichen Lebenslagen – ungeborenen Kindern und ihren Eltern ebenso wie Menschen mit Beeinträchtigungen, Geflüchteten sowie alten und kranken Menschen.

Aus seiner Erfahrung als Seelsorger und Psychotherapeut kenne er die oft schwierigen Situationen, in denen sich Frauen und junge Familien befinden könnten, schreibt der Bischof. Lebensschutz dürfe deshalb nicht ohne umfassende Unterstützung gedacht werden: durch einfühlsame Beratung, tragfähige soziale Netzwerke sowie finanzielle und praktische Hilfe. Es gehe der Kirche ausdrücklich nicht darum, über Entscheidungen betroffener Frauen und Paare zu urteilen.

Elbs erinnert in diesem Zusammenhang an den Besuch von Papst Johannes Paul II. in Liechtenstein im Jahr 1985, bei dem dieser das Lebensrecht des ungeborenen Menschen als unveräusserliches Menschenrecht bezeichnet hatte. Zudem dankt der Bischof der fürstlichen Familie für ihren Einsatz und würdigt die Arbeit der Sophie von Liechtenstein Stiftung, die Schwangere und junge Familien in Liechtenstein, Österreich und der Schweiz begleitet.

Verweis auf die fehlende Geburtenstation

Ein Argument des Bischofs zielt auf die medizinische Versorgungslage im Land: Liechtenstein verfüge seit einigen Jahren über keine eigene Geburtenstation. Dass Frauen für die Geburt ihres Kindes auf stationäre Geburtshilfe im nahen Ausland angewiesen seien, während gleichzeitig über die Voraussetzungen für Schwangerschaftsabbrüche im Inland diskutiert werde, sei aus dem Gleichgewicht geraten.

Appell für eine sachliche Debatte

Seine eigene Haltung sei als Vertreter der Katholischen Kirche klar, betont Elbs. Zugleich wirbt er für einen respektvollen Ton in der Auseinandersetzung. In anderen Ländern werde die Diskussion über Abtreibung teils mit grosser Härte geführt; in Liechtenstein solle man einander zuhören und unterschiedlichen Überzeugungen mit Achtung begegnen. Dass auch das Initiativkomitee eine sachliche Debatte hervorhebe, wertet er als positives Zeichen.

Der Apostolische Administrator zeigt sich überzeugt, dass sich die bestehenden gesellschaftlichen und staatlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten bewährt hätten. Sein Wunsch sei eine Gesellschaft, in der jedes Kind willkommen sei und Eltern jene Unterstützung erhielten, die sie für eine Entscheidung für ihr Kind benötigten.

hitze.li