USA und Iran einigen sich auf Kriegsende – Unterzeichnung in der Schweiz geplant

USA Flagge

Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung ihres rund viermonatigen Krieges geeinigt. Verkündet wurde die Einigung am Sonntagabend von Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf der Plattform X; Washington und Teheran bestätigten sie kurz darauf. Die offizielle Unterzeichnung soll am kommenden Freitag in der Schweiz stattfinden – beide Seiten wollen das Abkommen Berichten zufolge elektronisch unterzeichnen.

„Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns, bekanntgeben zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erzielt wurde», schrieb Sharif. Die Einigung umfasse eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region einschliesslich des Libanon.

Was vereinbart wurde

US-Präsident Donald Trump erklärte die Einigung für „vollständig». Die Sperrung der Strasse von Hormus für die Schifffahrt werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine. Nach Darstellung beider Seiten handelt es sich zunächst um einen Rahmen, der eine 60-tägige Verhandlungsphase über ein endgültiges Abkommen einleitet – unter anderem über das iranische Atomprogramm.

Der genaue Inhalt ist noch offen. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete unter Berufung auf ein 14-Punkte-Memorandum, die USA würden vorab zwölf Milliarden Dollar (rund 10,3 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben. Teheran nannte als zentrale Anliegen die Aufhebung aller Sanktionen, eine Regelung zum Atomprogramm, den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sowie einen Überwachungsmechanismus zur Umsetzung. Der iranische Vize-Aussenminister Kasem Gharibabadi erklärte den Iran zum Sieger des Konflikts; die USA und Israel hätten ihre Kriegsziele nicht erreicht.

Internationale Reaktionen

Weltweit löste die Nachricht Erleichterung aus. UNO-Generalsekretär António Guterres sprach von einem „entscheidenden Schritt hin zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts». Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, das Abkommen könne den Weg zu einer Erholung der Weltwirtschaft und einer Stabilisierung der Region bahnen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte an, Frankreich und Grossbritannien stünden bereit, die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus mit einer militärischen Sicherung des Schiffsverkehrs zu begleiten. In einer gemeinsamen Erklärung zeigten sich Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien zudem bereit, Sanktionen gegen den Iran aufzuheben – sofern Teheran überprüfbare Schritte bei seinem Atomprogramm unternehme. An den Märkten gab der Ölpreis deutlich nach: Die Nordseesorte Brent fiel auf 83,51 Dollar je Barrel, den tiefsten Stand seit Anfang März.

Spannungen bis zuletzt

Kurz vor der Einigung hatte eine erneute Eskalation gedroht. Die israelische Armee flog am Sonntagmorgen Luftangriffe auf die südlichen Vororte von Beirut, eine Hochburg der pro-iranischen Hisbollah; dabei wurden nach Angaben des libanesischen Zivilschutzes mindestens drei Menschen getötet. Trump kritisierte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu daraufhin ungewöhnlich scharf: Der Angriff sei „eine Stunde, bevor wir das Abkommen unterzeichnen sollten» erfolgt.

Der Libanon war Anfang März in den Krieg hineingezogen worden; die Hisbollah hatte nach der Tötung des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert. Der iranische Präsident Massud Peseschkian betonte zuletzt, der Nationale Sicherheitsrat halte am Weg des Dialogs mit den USA fest. Ob die in der Schweiz geplante Zeremonie den Krieg tatsächlich dauerhaft beendet, dürfte sich erst in den angekündigten 60 Verhandlungstagen zeigen.