Tödliches Virus auf Kreuzfahrtschiff – Fall auch in der Schweiz

MV_Hondius

Ein Schweizer, der das Kreuzfahrtschiff MV Hondius frühzeitig verlassen hatte, ist positiv auf das Hantavirus getestet worden und wird im Universitätsspital Zürich behandelt. Der Fall ist Teil eines wachsenden Ausbruchs auf dem Expeditionsschiff des Veranstalters Oceanwide Expeditions – mit bislang drei Toten und acht bestätigten oder vermuteten Erkrankungsfällen.

Das Schiff war Anfang April von Ushuaia in Argentinien aus in See gestochen. Am Mittwoch wurden drei Personen evakuiert und in die Niederlande ausgeflogen: ein 56-jähriger britischer Ex-Polizist, ein 65-jähriger Deutscher sowie ein niederländisches Besatzungsmitglied. Drei Menschen sind bisher gestorben, darunter ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt acht Fälle: drei bestätigte und fünf Verdachtsfälle. Getestet wurde der sogenannte Andes-Strain des Hantavirus – die einzige bekannte Variante, die sich direkt von Mensch zu Mensch übertragen kann.

Beim Schweizer Patienten in Zürich handelt es sich ebenfalls um den Andes-Strain. Er hatte das Schiff mit seiner Frau auf der Atlantikinsel St. Helena verlassen und war anschliessend in die Schweiz zurückgekehrt. Das Universitätsspital Zürich ist nach Behördenangaben auf solche Fälle vorbereitet; eine Gefahr für die Schweizer Bevölkerung bestehe nicht. Noch immer befinden sich 146 Personen aus 23 Ländern an Bord. Das Schiff ist in Richtung Kanarische Inseln abgefahren, wo alle Passagiere medizinisch untersucht und danach in ihre Heimatländer zurückgebracht werden sollen.

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