Sportartikelhandel: Mietgeschäft boomt, Sommer macht Hoffnung

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Die Schweizer Sportartikelbranche hat die Wintersaison 2025/26 mit einem Gesamtumsatz von über einer Milliarde Franken abgeschlossen. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Firma Hanser Consulting AG im Auftrag von swisspo, der Fachstelle Sportartikel Schweiz. Hinter dem soliden Ergebnis steckt ein Strukturwandel, der die Branche zunehmend prägt: Das Vermieten verdrängt das Verkaufen.

Mit einem Anteil von 29 Prozent am Gesamtumsatz macht das Mietgeschäft fast einen Drittel der Einnahmen aus. „Die Nutzung der Sportartikel steht immer mehr im Vordergrund und nicht mehr der Besitz», sagt Peter Bruggmann, Präsident des Verbands Sportfachhandel Schweiz (ASMAS). Der frühe Schneefall zu Saisonbeginn habe dem Mietgeschäft zusätzlichen Schub gegeben.

Für den kommenden Winter haben die Händler ihre Einkaufsstrategie entsprechend angepasst: mehr Hardware wie Skis, weniger Textilien. Ein Zeichen dafür, dass die Branche das veränderte Konsumverhalten verinnerlicht hat.

Weltpolitik als unerwarteter Rückenwind

Für den Sommer herrscht vorsichtiger Optimismus. Ein Grossteil der Befragten erwartet ähnliche Umsätze wie 2025 – und sieht in der geopolitischen Unsicherheit sogar eine Chance: Wer unsichere Fernreiseziele meidet, bleibt in der Schweiz. „Die unsichere weltpolitische Lage führt dazu, dass viele Menschen ihre Ferien bewusst in der Schweiz verbringen. Davon profitieren insbesondere Outdoor-, Bike- und Running-Angebote», so Bruggmann. Im Sommer-Mietgeschäft wird die Vermietung von Bikes und E-Bikes als wichtigster Wachstumstreiber eingeschätzt.

Druck von allen Seiten

Trotz des stabilen Winters bleibt der Alltag für viele Händler anspruchsvoll. Als grösste Herausforderung nennen 33 Prozent der Befragten den Online-Wettbewerb. Dahinter folgen sinkende Kundenfrequenz (13 Prozent) sowie Klimawandel und Fachkräftemangel (je 12 Prozent). „Unsere Branche steht weiterhin unter Druck. Gerade deshalb braucht es jetzt starke lokale Anbieter, die Orientierung bieten und Nähe zum Kunden schaffen», sagt Bruggmann.