Rücktrittsgerüchte um EZB-Chefin Lagarde
Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), wird möglicherweise vorzeitig aus dem Amt scheiden. Medienberichten zufolge plant sie, noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 zurückzutreten. Auf der Liste potenzieller Nachfolger stehen zwei Deutsche.
Es wird erwartet, dass Lagarde nicht ihre volle Amtszeit bis Oktober 2027 absolvieren wird. Sie hat noch keinen genauen Zeitpunkt für ihren Rücktritt festgelegt, plant jedoch, den Weg für potenzielle Kandidaten wie Joachim Nagel, Bundesbankpräsident, und Isabel Schnabel, EZB-Direktorin, frei zu machen. Auch der niederländische Zentralbankchef Klaas Knot wird als möglicher Nachfolger gehandelt.
Die Diskussion um Lagardes Nachfolge begann bereits im Dezember letzten Jahres. Lagarde betonte damals, keine Favoriten zu haben und überliess die Entscheidung dem Europäischen Rat. Ökonomen sehen einen vorzeitigen Rücktritt Lagardes als sinnvollen Schritt angesichts politischer Risiken wie einem möglichen Aufstieg von Rechtspopulisten in Frankreich.
Seit 2019 lenkt Lagarde die Geschicke der EZB, nachdem sie zuvor verschiedene Ministerposten bekleidete. Trotz ihrer Verdienste steht sie auch im Schatten einer früheren Verurteilung aufgrund des fahrlässigen Umgangs mit öffentlichen Geldern während ihrer Zeit als Ministerin.
Der Wechsel an der Spitze der EZB wäre nicht ungewöhnlich, da bereits zuvor verschiedene Persönlichkeiten wie Wim Duisenberg, Jean-Claude Trichet und Mario Draghi dieses Amt bekleideten. Lagardes Rücktritt würde also eine neue Ära für die Europäische Zentralbank einleiten.
