Fürstliche Sammlungen zeigen Geschichte des Kunsthandels
Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und Stephan Koja, Direktor der Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein bei der Eröffnung der Sonderausstellung "Noble Begierden" | Fotos: Gregor Meier
Das Gartenpalais Liechtenstein öffnet ab morgen seine Türen für eine aussergewöhnliche Schau. Die Ausstellung Noble Begierden beleuchtet die Entwicklung des europäischen Kunstmarkts von der Antike bis zur Moderne. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein eröffnet heute die Ausstellung gemeinsam mit den Kuratoren Stephan Koja, Direktor der Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein, Christian Huemer, Leiter des Belvedere Research Center, und Yvonne Wagner, Chefkuratorin der Fürstlichen Sammlungen.
Über 200 Exponate machen die Mechanismen des Kunsthandels sichtbar. Besucher entdecken Gemälde von Tizian, Rembrandt, Monet und Klimt. Hauptwerke aus den Fürstlichen Sammlungen ergänzen die internationalen Leihgaben, darunter Arbeiten von Giambologna, Brueghel, Van Dyck und Canaletto.
Zehn Säle führen durch verschiedene Epochen. Jeder Saal widmet sich einer Epoche oder einem Zentrum des Kunsthandels. Rom, Florenz und Antwerpen stehen neben Amsterdam, Paris, London und Wien. Besucher verfolgen, wie Auktionen entstanden, Serienproduktion Märkte öffnete und Händler neue Geschmäcker prägten.
Die Ausstellung beleuchtet auch die Rolle Liechtensteins. Über Generationen hinweg nutzten die Fürsten den Kunstmarkt gezielt. Ankäufe dienten der Repräsentation und dem Aufbau einer international bedeutenden Sammlung. Der Markt wirkte dabei stets als Motor.
Bei der Pressekonferenz ging Erbprinz Alois auch auf wirtschaftliche Aspekte des Kunstmarkts aus Sicht eines Sammlers ein. Er machte deutlich, dass Sammeln in erster Linie aus Freude an den Werken entstehe. Auch Repräsentationsüberlegungen spielten eine Rolle.
Kunst versteht der Erbprinz nicht primär als Investition. Dennoch spielten finanzielle Überlegungen immer wieder eine Rolle. Die Familie verkaufte Kunstwerke, etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, um wirtschaftliche Spielräume zu sichern. Als Unternehmerfamilie achtete man darauf, nicht unnötig hohe Ausgaben zu tätigen. Gleichzeitig gilt es, die Werke zu erhalten und ihren Wert zu sichern.
Am Ende steht eine klare Botschaft. Kunst entsteht nicht losgelöst vom Handel. Markt, Geschmack und Macht greifen ineinander. NOBLE BEGIERDEN macht diese Zusammenhänge anschaulich. Die Ausstellung lädt dazu ein, Kunst neu zu sehen – und ihre Geschichte anders zu lesen.











