Mehr als ein Reiseziel: Kroatischer Abend im domus
Mit Liedern aus Kroatien und Bildern von der Insel Pag hat das domus in Schaan am Dienstagabend einen kroatischen Abend ausgerichtet. Eingeladen hatten die kroatische Botschafterin Andrea Bekić und Honorarkonsul Ernst Walch. Anlass war die Ausstellung „Pagradotok“ des Fotografen Damir Fabijanić, die Teil der aktuellen Schau „Formen, Welten und Identitäten“ ist.
Kulturdiplomatie statt Postkartenmotive
Kulturdiplomatie solle Begegnungen schaffen und Länder durch Kunst, Musik und gemeinsame Erlebnisse näher zusammenbringen, sagte die Botschafterin. Kroatien wolle sich nicht nur als Reiseziel am Mittelmeer zeigen, sondern auch als Land künstlerischer Kreativität und kultureller Vielfalt. Sie verwies auf zehn UNESCO-Welterbestätten und 23 Einträge im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Dazu gehört die Spitzenherstellung von Pag, die sie als Ausdruck der Identität und kulturellen Kontinuität der Insel beschrieb.
Trotz aller Unterschiede in Grösse und Lage verbinde Kroatien und Liechtenstein ein ausgeprägtes nationales Bewusstsein, ein reiches kulturelles Erbe und die Wertschätzung von Traditionen, so Bekić.
Fünf Jahrzehnte auf Pag
Damir Fabijanić, der familiäre Wurzeln auf Pag hat, war an diesem Abend persönlich anwesend. Laut Bekić hat er die Insel über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten dokumentiert. Seine Bilder gehen über die vertrauten Motive der Adria hinaus: Sie zeigen die fast mondähnlichen Karstlandschaften, die Küste, jahrhundertealte Olivenhaine, Salinen und Trockensteinmauern, aber auch die Spitze, den Käse, den Wein und den Alltag der Inselbewohner.
Die Botschafterin erinnerte zudem an die Geschichte der Stadt Pag, die 1443 nach Plänen des Baumeisters Juraj Dalmatinac angelegt wurde und als bedeutendes Beispiel der Stadtplanung der Renaissance gilt. Auf der Insel finden sich auch ältere Spuren, darunter ein römischer unterirdischer Aquädukt und die Olivenhaine von Lun. Bekić und ihr Mann kennen Fabijanić seit Jahrzehnten. Vor rund 20 Jahren organisierten sie eine Ausstellung von ihm in Lissabon.
Lieder aus Kroatien
Den musikalischen Teil gestalteten die Sopranistin Nikolina Pinko und Andreas Domjanić aus Nendeln am Keyboard. Pinko ist unter anderem mit dem Dubrovniker Symphonieorchester aufgetreten. Für die Einführung in die Lieder war Mathias Behrends angekündigt, Leiter des Studiengangs Oper an der Hochschule der Künste Bern.
Kroatien hat allerdings auch eine lebendige moderne Musikszene zu bieten. Ein paar Beispiele daraus hätten das Programm als Ergänzung zur Opernmusik bereichert.
Unter den Gästen waren auch Vertreter des Protokolls der Regierung, Mitglieder des diplomatischen und konsularischen Korps, Dražen Domjanić, eine Vertreterin der Abteilung für Kulturdiplomatie des kroatischen Aussenministeriums sowie Vertreter der Kroatischen Katholischen Mission. Honorarkonsul Walch offerierte dazu kroatische Spezialitäten, darunter Käse aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch sowie Fleischwaren.
Die Ausstellung „Formen, Welten und Identitäten“ ist noch bis am 15. November im domus zu sehen.



