Jungbürgerfeier: Monauni ruft Jahrgang 2008 zum Selberdenken auf
Jungbürgerfeier 2026
Wer volljährig wird, hat in Liechtenstein Grund zum Feiern – und das Land feiert mit. Am Samstagabend stand der Jahrgang 2008 im Mittelpunkt der Jungbürgerfeier. Neben den Jungbürgern kamen zahlreiche Vertreter aus Politik und Gemeinden, um die frisch Volljährigen hochleben zu lassen.
Unter den Gästen waren Regierungschefin Brigitte Haas, Landtagspräsident Manfred Kaufmann, Regierungschef-Stellvertreterin und Aussenministerin Sabine Monauni sowie Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop. Ebenfalls anwesend waren weitere Landtagsabgeordnete sowie die Bürgermeister und Gemeindevorsteher. Im Mittelpunkt standen jedoch all jene, die in diesem Jahr 18 Jahre alt wurden.
Jubeltest zum Auftakt
Bevor die offiziellen Worte folgten, prüfte die Moderation die Stimmung im Saal mit einem kurzen Jubeltest: Welche Gemeinde stellt dieses Jahr am meisten Jungbürger, welche am wenigsten? Die Antwort lieferten die Jungbürger lautstark selbst. Bei der Begrüssung der Gäste folgte ein Augenzwinkern: Bei manchen liege die eigene Jungbürgerfeier eben schon ein paar Jahre zurück – auch bei der Moderation selbst.
„Selber zu denken“
Die offizielle Ansprache hielt Sabine Monauni, die seit 2021 der Regierung angehört und heute für Äusseres, Umwelt und Kultur zuständig ist. Mit 18 passiere etwas Eigenartiges, sagte sie: Man wache auf, und eigentlich fühle sich alles genau gleich an wie am Tag davor. Plötzlich weiser sei man nicht, einen Plan für die nächsten 20 Jahre habe man ebenso wenig wie auf jede Frage die richtige Antwort.
Genau darin liege eine der wichtigsten Erkenntnisse des Erwachsenseins. „Es geht eben nicht darum, plötzlich auf alles eine Antwort zu haben. Es geht vielmehr darum, Entscheidungen zu treffen, obwohl noch nicht alles klar ist.“ Dazu gehöre auch, sich eine Meinung zu bilden, sie wieder zu ändern und immer wieder die richtigen Fragen zu stellen.
Das gelte heute mehr denn je, so Monauni. Die Jungbürger würden in einer Welt erwachsen, die sich rasant verändere. Künstliche Intelligenz schreibe in wenigen Sekunden Texte, erstelle Bilder und beantworte Fragen, Informationen seien jederzeit und überall verfügbar. Gleichzeitig werde es schwieriger herauszufinden, was stimmt und wem man vertrauen kann. In digitalen Echokammern sei man meist von Gleichgesinnten umgeben, die die eigene Meinung wiederholen und verstärken.
Umso wichtiger werde etwas, das einem keine künstliche Intelligenz abnehmen könne: selber zu denken, nachzufragen, unterschiedliche Perspektiven einzuholen und nicht jede Behauptung sofort zu übernehmen. Das sei im persönlichen Leben wichtig – und es sei die Stärke der Demokratie.
Mitreden mit 18
Wohl hätten die Jungbürger schon lange eine Meinung dazu, was im Land gut laufe und was besser laufen könnte, sagte Monauni – sei es bei der Ausbildung, beim Verkehr, bei der Sicherheit, der Umwelt oder bei ganz persönlichen Anliegen. Neu sei, dass sie sich mit 18 nun noch stärker einbringen könnten.

