Tamedia-Belegschaft protestiert gegen Stellenabbau

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Rund 400 Personen haben sich am Dienstagmittag vor dem Hauptsitz der TX Group an der Zürcher Werdstrasse versammelt, um gegen den Stellenabbau bei Tamedia zu protestieren. Auf Transparenten forderten sie „Journalismus statt KI“. Tamedia hatte Anfang Oktober angekündigt, in den Redaktionen der Deutschschweiz und der Romandie 34 Vollzeitstellen zu streichen. 41 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Als Gründe nennt das Unternehmen sinkende Erträge und den Einsatz künstlicher Intelligenz.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten die Deutschschweizer Redaktionen. Sie fordern einen sofortigen Kündigungsstopp, ein Konsultationsverfahren auch in der Deutschschweiz und Konsequenzen für die Geschäftsleitung. Diese wälze die Folgen gescheiterter Strategien auf die Angestellten ab, lautete die Kritik. Redaktionen aus der Romandie solidarisierten sich schriftlich, einzelne Journalisten von dort kamen nach Zürich.

Stadtpräsident unter den Protestierenden

Unterstützung erhielten die Angestellten vom Zürcher Stadtpräsidenten Raphael Golta (SP). Er wolle auch künftig Texte von lokalen Journalisten lesen und nicht solche von KI-Agenten, sagte er. Unter den Anwesenden waren auch die SP-Nationalräte Jacqueline Badran und Cédric Wermuth.

Tamedia hält am Abbau fest

Tamedia-Sprecher Edi Estermann zeigte Verständnis für den Ärger der Belegschaft, stellte aber klar, dass das Unternehmen an den Massnahmen festhalten werde. Der Abbau sei kein Zeichen dafür, dass die Strategie von CEO Jessica Peppel-Schulz gescheitert sei, sondern eine Folge des Medienwandels und der künstlichen Intelligenz. Die Forderung nach einem Konsultationsverfahren nannte er legitim. Ein solches würde den Prozess für die Betroffenen aber in die Länge ziehen.

Wenige Stunden nach der Kundgebung erhielten die ersten Mitarbeiter eine Einladung zum Kündigungsgespräch. Die Gespräche sollen am Mittwoch stattfinden.