Milliardenurteil wegen iPhone-Haptik: Apple will Berufung einlegen

Gerichtssaal

Ein leichtes Tippen, ein kurzes Vibrieren: Die Taptic Engine gibt iPhone und Apple Watch ihr haptisches Feedback. Eine Geschworenenjury in Kalifornien sieht darin eine Verletzung von Patenten des Technologieunternehmens Taction. Sie sprach Taction rund 5,72 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zu – eine der höchsten jemals von einer US-Jury festgesetzten Summen in einem Patentfall. Das Urteil ist jedoch noch nicht das letzte Wort.

Im Zentrum standen zwei Patente für Technik, die Vibrationen als fühlbare Rückmeldung erzeugt. Taction wirft Apple vor, solche patentierten Entwicklungen in Geräten wie iPhones und Apple Watches ohne Lizenz zu verwenden. Apple bestreitet das: Die Taptic Engine unterscheide sich grundlegend von Tactions Technologie, erklärte das Unternehmen. Es kündigte an, den Entscheid anzufechten.

Die Jury befand zwar, dass Apple Patente verletzt habe, stufte dies aber nicht als vorsätzlich ein. Das ist für die mögliche Höhe von zusätzlichem Schadenersatz relevant. Eine «Strafe» im strafrechtlichen Sinn ist der Betrag daher nicht: Es handelt sich um Schadenersatz in einem Zivilverfahren.

Der Rechtsstreit läuft seit 2021. Ein Bundesgericht hatte zunächst zugunsten Apples entschieden; 2025 hob das zuständige Berufungsgericht dieses Urteil auf und verwies den Fall zur weiteren Verhandlung zurück. Nun steht Apple erneut der Weg durch die Berufungsinstanzen offen. Bis das Verfahren abgeschlossen ist, kann sich die endgültige Zahlung noch ändern.