Robotaxis jetzt in der Schweiz unterwegs

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Iamo Fahrzeug | Bildquelle: Iamo

In der Schweiz ist seit Montag ein neues Verkehrsmittel im Alltagseinsatz: das Robotaxi. Im Zürcher Furttal nimmt das Pilotprojekt „Iamo“ seit dem 28. September zahlende Fahrgäste auf. Drei Elektroautos vom Typ Nissan Ariya, ausgerüstet mit der Technik des Unternehmens WeRide, lassen sich per App an knapp 100 Haltepunkte in Boppelsen, Dänikon, Hüttikon und Otelfingen bestellen. Es ist das erste Angebot dieser Art in der Schweiz.

Ganz ohne Mensch geht es noch nicht. Auf dem Fahrersitz sitzt eine Sicherheitsperson, die jederzeit eingreifen kann. Der Beifahrersitz bleibt leer. Gefahren wird vorerst nur am Nachmittag, von 13 bis 17 Uhr. Eine Fahrt kostet 4.70 Franken Grundtaxe plus 38 Rappen pro Kilometer.

Dass die Technik noch lernt, zeigte sich bereits vor dem Start des Fahrgastbetriebs. Eines der Autos übersah bei Tempo 20 die Bodenplatte eines Tempo-30-Signals und fuhr darüber, die Reifen wurden beschädigt. Das Bundesamt für Strassen (Astra) kam zum Schluss, dass die übrigen Fahrzeuge weiterhin sicher betrieben werden können.

Staatlich finanziert, von der SBB betrieben

Hinter dem Projekt stehen die Mobilitätsplattform Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und Aargau sowie die SBB, die den Betrieb übernimmt. Der Kanton Zürich stellt 3,8 Millionen Franken bereit, der Aargau ab 2026 weitere 1,9 Millionen. Die SBB beteiligt sich mit bis zu einer Million Franken pro Jahr. Der Versuch ist auf höchstens fünf Jahre angelegt.

Das Ziel geht über drei Autos hinaus. Die Verantwortlichen wollen herausfinden, ob selbstfahrende Fahrzeuge den öffentlichen Verkehr dort ergänzen können, wo sich Busse kaum lohnen: in ländlichen Gemeinden und zu Randzeiten. Das Furttal eignet sich dafür, weil es ländlich geprägt ist und gleichzeitig an der S-Bahn liegt. In einer späteren Phase sollen automatisierte Kleinbusse ohne Personal an Bord fahren, überwacht aus der Ferne. Dafür braucht es eine weitere Freigabe des Astra.

Die Schweiz hat die Regeln bereits – Liechtenstein noch nicht

Rechtlich möglich wurde das, weil die Schweiz ihr Strassenverkehrsrecht angepasst hat. Seit dem 1. März 2025 ist die Verordnung über das automatisierte Fahren in Kraft. Sie erlaubt drei Anwendungen: den Autobahnpiloten, bei dem der Lenker die Hände vom Steuer nehmen darf, führerlose Fahrzeuge auf Strecken, die der Kanton bewilligt hat und die aus der Ferne überwacht werden, sowie das automatisierte Parkieren in dafür bezeichneten Bereichen.

Liechtenstein ist auf diesem Weg ein Stück zurück. Weil das liechtensteinische Strassenverkehrsrecht auf dem Schweizer Recht aufbaut, braucht es eine eigene Gesetzesänderung. Im Dezember 2024 schickte die Regierung eine entsprechende Vorlage in die Vernehmlassung. Die damalige Infrastrukturministerin Graziella Marok-Wachter sagte damals, das Land könne für Pilotversuche mit selbstfahrenden Fahrzeugen interessant sein. Ob die Infrastruktur dafür ausreicht, liess sie allerdings offen.

Anfang Februar 2026 verabschiedete die Regierung dann den Bericht und Antrag zur Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes zuhanden des Landtags. Nach Schweizer Vorbild soll sie die Kompetenz erhalten, das automatisierte Fahren auf Verordnungsstufe zu regeln. Vorgesehen sind unter anderem führerlose Fahrzeuge auf festgelegten Strecken, befristete Versuchsbewilligungen und ein Fahrmodusspeicher, der aufzeichnet, wann ein Fahrzeug automatisiert unterwegs war. Damit wären auch in Liechtenstein Versuche wie jener im Furttal grundsätzlich möglich.