Startkapital für Neugeborene? FBP will Baby-Vorsorge prüfen lassen

FBP-Abgeordnete Lino Nägele, Bettina Petzold-Mähr und Sebastian Gassner reichen das Postulat beim Landtag ein

FBP-Abgeordnete Lino Nägele, Bettina Petzold-Mähr und Sebastian Gassner reichen das Postulat beim Landtag ein

Ein einmaliger Betrag bei der Geburt, der bis zur Pensionierung für das Alter arbeitet: Mit diesem Modell will die FBP die Altersvorsorge in Liechtenstein ergänzen. Fraktionssprecher Lino Nägele hat gemeinsam mit Bettina Petzold-Mähr und Sebastian Gassner heute das Postulat zur sogenannten Baby-Vorsorge übergeben. Die Regierung soll prüfen, ob sich ein solcher Generationenfonds in Liechtenstein umsetzen lässt.

„Die Idee ist simpel“, sagte Nägele bei der Übergabe. Der Staat zahlt für jedes Neugeborene einmalig einen Betrag ein. Dieser wird angelegt, bis die Person 65 Jahre alt ist, und wächst über die Jahrzehnte durch den Zinseszins an. Im Alter soll daraus eine Zusatzrente neben AHV und Pensionskasse entstehen. Wie stark dieser Effekt ist, rechnet die FBP an einem Beispiel vor: Bei einer realen Rendite von 5 Prozent würden aus 10’000 Franken nach 65 Jahren rund 238’000 Franken.

Auch die Kosten liessen sich gut abschätzen. Die Zahl der Geburten bleibe von Jahr zu Jahr ähnlich. 2024 kamen in Liechtenstein rund 340 Kinder zur Welt. Bei einer Einlage von 10’000 Franken pro Kind ergäbe das rund 3,4 Millionen Franken pro Jahrgang. Diesen Betrag bezeichnete Nägele allerdings ausdrücklich als „rein hypothetisch“. Wie hoch die Einlage tatsächlich ausfallen soll, legt das Postulat nicht fest.

Zur Finanzierung verwies Nägele auf die hohen Finanzreserven des Landes. Mit diesem Vermögen könne man auch künftige Generationen bei der Altersvorsorge unterstützen.

Auswanderung, Wohnsitz, bereits Geborene

Nägele räumte ein, dass noch viele Fragen offen sind. Was geschieht mit dem Guthaben, wenn jemand auswandert? Wer soll überhaupt anspruchsberechtigt sein, etwa nur die ständige Wohnbevölkerung? Solche Fragen will die FBP finanzmathematisch untersuchen und einem Praxistest unterziehen lassen.

Heikel ist vor allem der Umgang mit jenen, die bereits auf der Welt sind und in Liechtenstein leben. Eine eindeutig richtige Lösung gebe es dafür nicht, sagte Nägele, „es gibt verschiedenste Möglichkeiten, das entsprechend zu gestalten“. Übergangsmodelle für Kinder und Jugendliche sind denn auch Teil des Prüfauftrags an die Regierung.

Vom Parteivorstand in den Landtag

Angestossen wurde der Vorstoss im FBP-Landesvorstand. Dort hatte Prof. Dr. Michael Hanke, Inhaber des Lehrstuhls für Finance an der Universität Liechtenstein, Ende August das Modell vorgestellt. Der Landesvorstand beauftragte daraufhin die Fraktion, die Idee im Landtag einzubringen. Mit dem Postulat wählte die Fraktion bewusst das Instrument eines Prüfauftrags: Die Regierung soll klären, ob ein solches Modell für Liechtenstein finanzierbar und rechtlich umsetzbar ist.