WorldSkills Shanghai: Liechtensteins Quartett wartet auf die Siegerehrung
World Skills Shanghai | Bildquelle World Skills
Vier Tage Hochspannung sind vorbei, jetzt heisst es warten: Die vier Liechtensteiner Teilnehmer an den 48. WorldSkills in Shanghai haben ihre Wettkämpfe beendet. Ob es für eine Medaille reicht, entscheidet sich an der Schlussfeier am heutigen Sonntag. Die Siegerehrung findet am Sonntagnachmittag mitteleuropäischer Zeit statt und wird von WorldSkills International auf YouTube und Facebook live übertragen.
Für Liechtenstein standen die CNC-Fräserin Hannah Oberparleiter, der Maurer Noah Oehry sowie Larissa Stingl und Adrian Lässer im Einsatz, die im Landschaftsgartenbau als Zweierteam antraten. Oberparleiter hatte das Team an der Eröffnungsfeier am Dienstag als Fahnenträgerin in die Arena geführt.
Knapp 1400 Teilnehmer aus 68 Ländern
Die Berufsweltmeisterschaften wurden am 22. September eröffnet. Insgesamt 1385 junge Berufsleute aus 68 Ländern und Regionen massen sich von Mittwoch bis Samstag in 64 Berufen. Austragungsort war das National Exhibition and Convention Center in Shanghai. Die Schweiz ist mit 42 Teilnehmern vertreten, Österreich stellt das grösste europäische Team – darunter acht Teilnehmer aus Vorarlberg.
Die Konkurrenz ist in den vergangenen Jahren härter geworden. Gastgeber China holte bei der letzten Austragung 2024 in Lyon 49 Podestplätze – mehr als dreimal so viele wie die Schweiz.
Bis zur letzten Minute gefordert
Als Erste aus dem Liechtensteiner Team war Hannah Oberparleiter am Freitagabend fertig. Sie sprach danach von grosser Erleichterung, aber auch von einem noch ungewohnten Gefühl. Ihr Experte Claudio Nigg zeigte sich stolz auf ihre Leistung.
Noah Oehry arbeitete am Samstag, dem vierten Wettkampftag, bis 14 Uhr. Nach vier Tagen unter Hochspannung sei nun alles von ihm abgefallen, sagte er. Sein Experte Christoph Sele gab zu, in der letzten Viertelstunde selbst nervös gewesen zu sein – Oehry habe aber noch einmal alles gegeben und seine Arbeit rechtzeitig abgeschlossen.
Eine gute halbe Stunde später legten auch Larissa Stingl und Adrian Lässer die Werkzeuge nieder. Stingl beschrieb den Wettkampf als äusserst anstrengend, am Ende seien die Emotionen hochgekommen. Lässer sagte, es gebe noch viel zu verarbeiten, er sei aber sehr stolz auf das Team. Experte Benedikt Gätzi stellte den beiden ein gutes Zeugnis aus.
Ehemalige Teilnehmer als Experten
Alle drei Liechtensteiner Experten kennen die Situation aus eigener Erfahrung: Claudio Nigg, Christoph Sele und Benedikt Gätzi sind früher selbst an Berufsmeisterschaften angetreten. Begleitet wurde das Team zudem von Teamleader Luzian Clavadetscher und Mentalcoach Tina E. L. Dyck. Auch Eltern und Vertreter Liechtensteins reisten nach Shanghai, um die Teilnehmer vor Ort zu unterstützen.
Die letzte Hauptprobe hatte das Team Ende August im Rahmen der Skills Week in Liechtenstein absolviert. Am 28. August verabschiedete Bildungsminister Daniel Oehry die Delegation im Fürst Johannes Saal des Regierungsgebäudes. Dabei betonte er die Bedeutung der Berufsbildung für den Wirtschaftsstandort: „Die Tatsache, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Rest der Welt ernst zu nehmende Gegner darstellen, zeigt, dass sowohl ihre Einstellung als auch unser Berufsbildungssystem Weltklasseniveau hat.“
Ein Teil der Delegation hatte bereits an den EuroSkills 2025 im dänischen Herning internationale Erfahrung gesammelt. Liechtenstein holte dort eine Bronzemedaille sowie ein Leistungsdiplom und belegte Rang sieben in der Länderwertung.
