FC Vaduz verliert erstes Super-League-Heimspiel gegen St. Gallen 2:3

FC Vaduz #7 schwitzer

Der FC Vaduz hat sein erstes Heimspiel als Aufsteiger in der Super League verloren. Vor fast ausverkauftem Rheinpark Stadion unterlag der Aufsteiger dem FC St. Gallen nach einer turbulenten zweiten Halbzeit mit 2:3. Die Espen drehten die Partie dank eines Doppelpacks von Enoch Owusu und feiern damit den perfekten Saisonstart, während Vaduz trotz einer couragierten Leistung weiterhin auf den ersten Punktgewinn wartet.

Vaduz war mit einer knappen 1:2-Niederlage beim FC Lugano in die neue Saison gestartet und hatte dabei bereits einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. St. Gallen wiederum hatte den Auftakt mit einem 2:1-Heimsieg gegen den FC Zürich für sich entschieden und reiste entsprechend selbstbewusst ins Fürstentum. Beide Teams waren zudem international gefordert: Vaduz sicherte sich in der Qualifikation zur UEFA Conference League nach einem 4:0 im Hinspiel auch das Rückspiel in Andorra gegen Atlètic Club d’Escaldes mit 2:0. St. Gallen hingegen kassierte unter der Woche in der Europa-League-Qualifikation eine deutliche 0:5-Niederlage bei Benfica, bei der man zudem einen Mann weniger auf dem Feld hatte. In den bisherigen 22 Pflichtspielen zwischen den beiden Klubs ist die Bilanz mit acht Siegen für Vaduz, neun für St. Gallen und fünf Unentschieden ausgeglichen, das Torverhältnis steht bei 30:30. In den letzten fünf Duellen gab es allerdings kein Remis mehr – vier Siege gingen an St. Gallen, nur einer an Vaduz.

Geleitet wurde die Partie von Schiedsrichter Nico Gianforte, unterstützt von den Assistenten Mirco Bürgi und Noël Lötscher sowie dem vierten Offiziellen Julian Müller. Für den Videobeweis war Luca Piccolo zuständig, ihm assistierte Joël Brunner.

Horrorstart und schnelle Antwort

Die Partie begann mit einem Schock für die Liechtensteiner. Bereits in der ersten Minute wollte Torhüter Benjamin Büchel den Ball weit nach vorne schlagen, traf dabei aber unglücklich Aliou Baldé an. Das Spielgerät sprang von ihm Richtung Tor, und der St. Galler Stürmer musste nur noch einschieben zum frühen 0:1.

Vaduz liess sich davon jedoch nicht beeindrucken und fand rasch in die Partie. In der 11. Minute brachte Lutfi Dalipi den Ball von links ins Zentrum, Dejan Sorgic verpasste knapp, ehe Marcel Monsberger goldrichtig stand und zum 1:1 einschob. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Vaduz suchte immer wieder mutig den direkten Weg nach vorne und brachte die St. Galler Abwehr mehrfach in Bedrängnis, während St. Gallen zwar mehr Abschlüsse verzeichnete, im letzten Drittel aber oft die nötige Präzision vermissen liess. Torhüter Lawrence Watkowiak hielt die Gäste mit mehreren starken Paraden im Spiel. Mit dem 1:1 ging es in die Pause.

Vaduz geht in Führung

St. Gallen-Trainer Enrico Maassen reagierte zur zweiten Halbzeit mit einer Doppelauswechslung: Hugo Vandermersch und Mihailo Stevanovic ersetzten Jozo Stanic und Carlo Boukhalfa. Die Gäste kamen zunächst mit Schwung aus der Kabine, doch der Aufsteiger blieb unangenehm und belohnte sich in der 55. Minute für seinen Aufwand. Nach einem weiten Einwurf von Sawadogo in den Strafraum kam Monsberger an die Kugel, sein Schuss wurde von Watkowiak aus nächster Nähe pariert. Im Nachsetzen war es Juan Cabrera, der den Abpraller zur 2:1-Führung verwertete.

Vaduz liess in der Folge weitere Chancen liegen. Bei einem Konter scheiterte Monsberger nach starkem Antritt am rechten Torpfosten, und auch nach einer Doppelauswechslung – Milos Cocic und Dejan Djokic kamen für Cabrera und Sorgic – hätte der Aufsteiger nachlegen können. Ein vermeintliches Tor von Djokic wurde wegen einer knappen Abseitsstellung beim vorangegangenen Zuspiel aberkannt.

St. Gallen dreht die Partie

Die Einwechslungen der Gäste zeigten in der Schlussphase Wirkung. In der 72. Minute setzte sich Diego Besio, kurz zuvor für Aliou Baldé eingewechselt, auf dem rechten Flügel durch und legte im Zentrum zurück auf Enoch Owusu, der ebenfalls erst wenige Augenblicke zuvor eingewechselt worden war. Dieser hämmerte den Ball zum 2:2-Ausgleich in die Maschen.

Vaduz hielt zunächst dagegen, liess aber mit zunehmender Spieldauer nach, während St. Gallen den Druck kontinuierlich erhöhte. In der 79. Minute kam es zu einer Unterbrechung, als sich Vandermersch im Zweikampf mit Sawadogo an der Hand verletzte; Schiedsrichter Gianforte entschied dabei nicht auf Strafstoss. Die Entscheidung fiel schliesslich in der 87. Minute: Owusu zog vor dem Strafraum entschlossen ab, der Ball wurde entscheidend abgelenkt und liess Büchel keine Chance – 2:3 für St. Gallen. In der Nachspielzeit warf Vaduz nochmals alles nach vorne, kam aber nicht mehr zum Ausgleich. Schiedsrichter Gianforte beendete die Partie nach sechs Minuten Nachspielzeit.

Fazit

St. Gallen zeigte in einer turbulenten zweiten Halbzeit Moral und entführte dank eines späten Doppelpacks von Enoch Owusu drei Punkte aus dem Fürstentum. Der Aufsteiger aus Vaduz verkaufte sich beim ersten Heimspiel in der Super-League-Geschichte des Klubs erneut teuer und verlangte den Espen alles ab, steht am Ende aber wie schon zum Saisonauftakt mit leeren Händen da.

Ausblick

Beide Teams müssen kommende Woche direkt nachlegen. St. Gallen trifft am Donnerstag in der Qualifikation zur Conference League auf Sheriff Tiraspol, ehe am Sonntag mit dem FC Luzern der Erzrivale zu Gast ist. Vaduz reist seinerseits am Donnerstag nach Finnland zum Duell mit Inter Turku und ist am Sonntag beim FC Sion zu Gast.

hitze.li