Vaduz scheitert gegen Thun an der Chancenverwertung
FC Vaduz gegen FC Thun am 20.9.2026 | Fotos: Gregor Meier
Es war eines jener Spiele, bei denen am Ende die falsche Mannschaft jubelt – zumindest gemessen am Spielverlauf. Der FC Vaduz hatte am Sonntag im Rheinpark Stadion gegen den FC Thun über weite Strecken die Kontrolle, besass mehr Ball und erspielte sich genügend Möglichkeiten, um die Partie für sich zu entscheiden. Doch während Vaduz seine Chancen nicht konsequent nutzte, zeigte sich der amtierende Meister vor dem Tor effizient. Das Resultat lautete 1:2.
Dabei war die Ausgangslage vor der Partie denkbar ausgeglichen. Vaduz lag mit fünf Punkten auf Rang neun, Thun hatte einen Zähler mehr und belegte den zehnten Platz. Für beide Mannschaften ging es entsprechend um wichtige Punkte im Tabellenkeller.
Nach einer ausgeglichenen Startphase übernahm Vaduz zunehmend das Kommando. In der 28. Minute fehlten nur wenige Zentimeter zur Führung, als Nicolas Hasler auf Niklas Lang flankte und dessen Kopfball am Lattenkreuz landete. Kurz darauf verpasste Stark eine Hereingabe von Milos Cocic.

Thun benötigte dagegen nur eine seiner ersten guten Möglichkeiten. In der 33. Minute wurde ein langer Ball aus der eigenen Defensive in die Spitze verlängert. Furkan Dursun nahm ihn auf und blieb im Abschluss ruhig. Der Thuner Stürmer brachte seine Mannschaft damit entgegen dem Spielverlauf in Führung.
Vaduz liess sich davon zunächst nicht beeindrucken und blieb auch nach dem Seitenwechsel die aktivere Mannschaft. In der 48. Minute schien der Ausgleich gefallen zu sein: Nach einem Eckball von Dominik Schwizer drückte Cocic den Ball über die Linie. Der Treffer wurde jedoch wegen eines vorangegangenen Fouls aberkannt.
Wenig später folgte der nächste Rückschlag. Dursun legte in der 52. Minute für Nils Reichmuth auf, der aus dem Lauf zum 0:2 traf. Thun hatte damit aus wenigen Möglichkeiten zwei Treffer gemacht.
Reichmuth hätte die Führung in der Folge sogar weiter ausbauen können. In der 54. Minute scheiterte er an Schaffran, fünf Minuten später strich sein Flachschuss am Pfosten vorbei. In der 70. Minute blieb die nächste grosse Möglichkeit ungenutzt, als Reichmuth nach einem Ausrutscher des Vaduzer Torhüters nicht zum dritten Treffer kam.

Vaduz kämpfte weiter um den Anschluss – und wurde in der 73. Minute belohnt. Lutfi Dalipi brachte den Ball in den Strafraum, wo Marcel Monsberger per Kopf auf 1:2 verkürzte. Nun wurde aus der Überlegenheit der Gastgeber nochmals echte Spannung.
Der Ausgleich lag in der Schlussphase tatsächlich in der Luft. In der 90. Minute spielte der eingewechselte Dejan Djokic den Ball zu Cocic, der vor dem leeren Tor zum Abschluss kam. Doch auch dieser Versuch fand nicht den Weg ins Netz, sondern landete am Lattenkreuz.
So blieb es bei der knappen Niederlage. Die Statistik unterstreicht, wie eng das Ergebnis und der Spielverlauf auseinanderlagen: Vaduz hatte 65 Prozent Ballbesitz, spielte 516 Pässe und gab 17 Torschüsse ab. Thun kam auf 271 Pässe und 15 Abschlüsse. Auch bei den erwarteten Toren lag Vaduz mit 2,63 zu 1,63 vorne.

