Schwerstes Erdbeben seit Jahrzehnten erschüttert die Philippinen
Ein Erdbeben der Stärke 7,8 hat den Süden der Philippinen erschüttert und mindestens 45 Menschen das Leben gekostet. Rund 490 Personen wurden nach Angaben der Behörden verletzt, 17 gelten weiterhin als vermisst. Es ist das stärkste Beben im Inselstaat seit dem Luzon-Erdbeben von 1990 – und eines der zerstörerischsten seit fünf Jahrzehnten.
Das Beben ereignete sich am Montagmorgen vor der Südküste der Insel Mindanao, das Epizentrum lag vor der Provinz Sarangani in der Region Soccsksargen. Viele Opfer kamen durch Erdrutsche und einstürzende Gebäude ums Leben. Besonders bitter: Das Beben traf das Land ausgerechnet am ersten Tag des neuen Schuljahres.
Zu den am schwersten betroffenen Orten zählt die Hafenstadt General Santos mit über 700 000 Einwohnern. Dort stürzten mehrere kleinere Gebäude teilweise ein, eine wichtige Zufahrtsbrücke wurde schwer beschädigt. Die Rettungsarbeiten dauern an, die Opferzahlen könnten weiter steigen.
Das Beben löste Tsunamiwarnungen weit über die Philippinen hinaus aus – auch für Indonesien, Malaysia, Palau, Japan, Taiwan und Papua-Neuguinea. Das pazifische Tsunamiwarnzentrum hatte für Teile der philippinischen Küste Wellen von bis zu drei Metern vorhergesagt. Tatsächlich registrierte die philippinische Erdbebenbehörde Phivolcs Flutwellen von bis zu 1,4 Metern. Die Warnungen wurden inzwischen wieder aufgehoben.
Die Philippinen liegen am pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort keine Seltenheit – ein Beben dieser Stärke hatte das Land jedoch seit Jahrzehnten nicht mehr getroffen. Die Regierung hat für die betroffenen Regionen Nothilfe angekündigt; internationale Organisationen, darunter die Vereinten Nationen, stehen mit den Behörden in Kontakt.

