FBP will 2027 die Vorstehermehrheit zurückerobern

FBP Parteitag am 11.5.2026

FBP Parteitag am 11.5.2026 | Foto: 1FLTV - Das Liechtensteiner Fernsehen

Die Fortschrittliche Bürgerpartei hat am Abend an ihrem Parteitag in Ruggell die Weichen für die Gemeinderatswahlen 2027 gestellt. Das erklärte Ziel: die Vorstehermehrheit erringen und mandatsstärkste Partei in den Gemeinden bleiben. Gleichzeitig beschloss die FBP eine umfassende Statutenrevision sowie die Einführung eines Mitgliederbeitrags.

Zehn Monate vor den Wahlen vom 14. März 2027 haben die Ortsgruppenvorstände bereits in neun von zehn Gemeinden Kandidaten für das Vorsteher- bzw. Bürgermeisteramt bekanntgegeben. Einzig in Triesenberg verzichtet die FBP auf eine eigene Kandidatur; die Bekanntgabe für Eschen soll zeitnah folgen. Parteipräsident Alexander Batliner wertete die frühe Aufstellung als bewusstes Signal: „Wir treten an, um zu gewinnen und mit diesen Persönlichkeiten haben wir auch in allen Gemeinden sehr gute Chancen,
den Bürgermeister bzw. Vorsteher stellen zu können.
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Aufarbeitung einer schmerzhaften Niederlage

Batliner sprach in seiner Parteitagsrede offen über die Ausgangslage. Das Wahlresultat von 2025 sei schmerzhaft gewesen, jammern hätte jedoch nichts gebracht. Als Beleg für den Ernst der Lage nannte er die Tatsache, dass in den früheren FBP-Hochburgen Mauren und Schellenberg heute die VU den Vorsteher stellt. Auch die Nachwahlbefragung habe gezeigt, dass etliche FBP-Mitglieder VU oder DpL gewählt hätten.

Die Ursache ortet Batliner unter anderem in einer vernachlässigten Mitgliederpflege: „Wir haben die Pflege, das Mitspracherecht und die Entscheidungskompetenz von unseren Mitgliedern vernachlässigt.» Manchen Mitgliedern sei nicht einmal bewusst gewesen, dass sie der FBP angehören.

Strukturreform mit Delegiertenversammlung

Der Parteitag stimmte der Statutenrevision zu, die per 1. Mai 2027 in Kraft treten soll – just an dem Tag, an dem die neu gewählten Vorsteher und Gemeinderäte ihr Amt antreten. Kernstück ist die Einführung einer Delegiertenversammlung, welche den bisherigen Landesvorstand ablöst. Dieser zählt derzeit über 170 Mitglieder, leidet jedoch unter schlechter Präsenz – laut Batliner stand die Beschlussfähigkeit wiederholt auf der Kippe.

Neu können Ortsgruppen Mitglieder in die Delegiertenversammlung delegieren, was die Basis stärken soll. Wer ein Jahr lang ohne Begründung fernbleibt, verliert die Mitgliedschaft im Gremium. Zudem schafft die FBP eine neue Sektion Wirtschaft und öffnet die Parteimitgliedschaft erstmals für Ausländer mit zivilrechtlichem Wohnsitz in Liechtenstein. Der Landesvorstand hatte die Statutenrevision mit 93 Prozent zur Annahme empfohlen.

Ebenfalls beschlossen wurde die Einführung eines jährlichen Mitgliederbeitrags von 80 Franken für ordentliche Mitglieder und 20 Franken für die Junge FBP. Batliner räumte ein, dass der Entscheid kontrovers sei: Das Präsidium und der Landesvorstand hätten es sich nicht einfach gemacht. Er ist jedoch überzeugt, dass ein Beitrag das Zusammengehörigkeitsgefühl stärke und die Mitgliedschaft mit konkretem Inhalt fülle. Der Landesvorstand empfahl die Annahme mit 88,8 Prozent.

Verjüngung als strategisches Ziel

Der Altersdurchschnitt der knapp 1’400 FBP-Mitglieder liegt bei 63.48 Jahren; 685 Personen sind über 65 Jahre alt. Für Batliner ist das ein klarer Handlungsauftrag. Die neue Parteistruktur, mehr Mitspracherechte und ein modernisiertes Erscheinungsbild – das Logo wurde am Parteitag neu präsentiert – sollen jüngere Generationen ansprechen.

Den Blick richtet der Parteipräsident bereits auf 2029: „Lasst uns bei den Gemeindewahlen 2027 das Zeichen setzen, dass die Schwäche der FBP vorüber ist – und dass mit uns auch an den Landtagswahlen 2029 zu rechnen ist.«

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