Trump kündigt neue Autozölle gegen die EU an
Donald Trump präsentiert Liste mit Zöllen | Bildquelle: White House Press Office
US-Präsident Donald Trump hat überraschend angekündigt, ab nächster Woche die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union auf 25 Prozent anzuheben. Trump wirft Brüssel vor, das im September 2025 vereinbarte Handelsabkommen nicht einzuhalten. Die EU behält sich Gegenmassnahmen vor.
„Ich freue mich, bekanntgeben zu dürfen, dass ich angesichts der Tatsache, dass die Europäische Union unser vollständig vereinbartes Handelsabkommen nicht einhält, nächste Woche die Zölle für in die Vereinigten Staaten eingeführte Pkws und Lkws aus der Europäischen Union erhöhen werde.“ Ausgenommen sind Fahrzeuge, die von EU-Herstellern in den USA produziert werden.
Das im September 2025 abgeschlossene EU-US-Handelsabkommen hatte eine rückwirkende Senkung der Zölle auf EU-Autoexporte auf 15 Prozent vorgesehen – nach zuvor 27.5 Prozent. Die EU hatte im Gegenzug ihre Zölle auf alle US-Industriegüter abgeschafft und amerikanischen Agrarprodukten bevorzugten Marktzugang eingeräumt.
Der Status des Abkommens ist jedoch seit einem Urteil des US-Höchstgerichts unklar: Die Richter sprachen Trump die Autorität ab, auf Basis eines wirtschaftlichen Ausnahmezustands Zölle einzuführen.
Eine Kommissionssprecherin betonte, die EU stehe weiterhin zum vereinbarten Abkommen, behalte sich aber Gegenmassnahmen vor. Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, sprach von inakzeptablem Verhalten: „Dieser jüngste Schritt zeigt, wie unzuverlässig die US-Seite ist.“
VDA-Präsidentin Hildegard Müller bezeichnete die Ankündigung als „erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen“. Mit dem Abkommen hatte Europa monatlich rund 500 bis 600 Millionen Euro eingespart. Im Hintergrund steht auch das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Europa wegen des US-Feldzugs gegen den Iran.

