Empa-Studie: Nachhaltiges Produktdesign lohnt sich
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Wer Produkte von Anfang an sicher und nachhaltig entwickelt, erfüllt gleichzeitig einen Grossteil der europäischen Regulierungsanforderungen. Eine neue Studie der Empa – der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt – zeigt, dass der Ansatz «Safe and Sustainable by Design» (SSbD) zu 64 Prozent mit 15 untersuchten EU-Verordnungen übereinstimmt.
Analysiert wurden Regulierungen aus verschiedenen Branchen, darunter Chemikalien, Batterien, Verpackungen und Abfallbewirtschaftung. Besonders hoch war die Übereinstimmung bei der Batterie-, der Verpackungs- und der Verordnung über kritische Rohstoffe. Für Hersteller bedeutet das: Wer SSbD früh in die Produktentwicklung integriert, spart sich später aufwendige Nachkorrekturen.
Forschungsleiter Akshat Sudheshwar bringt den Vorteil auf den Punkt: «SSbD ist für Unternehmen ein klarer Vorteil, weil dieser Ansatz viele regulatorische Anforderungen bereits während der frühen Innovationsphase berücksichtigt.» Das Prinzip dahinter: Probleme früh erkennen und kostengünstig lösen – statt teure Korrekturen am Ende des Entwicklungsprozesses vorzunehmen.
Als warnendes Beispiel dient der Umgang mit PFAS – sogenannten «ewigen Chemikalien». Bekannte Risiken wurden über Jahrzehnte vernachlässigt, mit langfristigen Folgen für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft. Lücken bestehen laut der Studie noch bei der Bewertung von Auswirkungen auf die Biodiversität – hier fehlen verlässliche Daten und robuste Methoden.
Für exportorientierte Unternehmen in der Schweiz und in Liechtenstein, die ihre Produkte auf dem EU-Markt anbieten, könnte der SSbD-Ansatz künftig an Bedeutung gewinnen – als Instrument zur Risikominimierung und zur Vereinfachung des Marktzugangs.

