Schönste Bücher aus Liechtenstein 2025 ausgezeichnet
Schönste Bücher aus Liechtenstein 2025 | Foto: Gregor Meier
Die schönsten Bücher des Jahres 2025 wurden am Dienstag, 10. März 2026, im Regierungsgebäude in Vaduz feierlich prämiert. Patrik Birrer, Leiter des Amts für Kultur, übernahm die Übergabe der Urkunden. In seiner Ansprache hob Birrer die besondere Bedeutung des gestalteten Buches hervor: «Ein schönes Buch ist weit mehr als ein Informationswerk. Es ist ein kulturelles Statement, Ausdruck einer Haltung und das Ergebnis einer vielschichtigen Zusammenarbeit von Ideen, Gestaltung, Technik und handwerklicher Präzision.» Gerade in einer Zeit, in der digitale Inhalte dominierten, gewinne die sinnliche Qualität physischer Bücher – Papier, Typografie, Einband, Format – an besonderem Gewicht.
Strenge Jury-Bewertung in zwei Runden
Die fünfköpfige Jury bewertete die eingereichten Werke in einer ersten Runde nach internationalen Kriterien, wobei Konzept, Gestaltung und technische Umsetzung im Vordergrund standen. 14 Publikationen qualifizierten sich für die zweite Runde. Alle Entscheidungen fielen einstimmig. Fünf Bücher wurden letztlich prämiert – ohne Rangfolge unter den Gewinnern.
Prädikat «Ausgezeichnet» für zwei Publikationen
Das erste Werk mit dem Prädikat «Ausgezeichnet» ist Eleanor Antin Works (1965–2017), herausgegeben vom MUDAM Luxemburg, dem Kunstmuseum Liechtenstein und dem MOCAK Krakau. Die Gestaltung stammt von Émilie Ferrat und Julie Héneault (Espace Ness, Paris), verlegt wurde das Buch im Hatje Cantz Verlag, Berlin, gedruckt und gebunden bei Grafiche Veneziane, Venedig. Die Jury würdigte, dass das Werk trotz grossem Format dank eines flexiblen Einbands mit Schutzumschlag angenehm in der Hand liege. Reproduktionsqualität, Papierwahl und Farbeinsatz zeugten von grosser Sorgfalt bei Gestaltung und Herstellung.
Das zweite Werk mit dem Prädikat «Ausgezeichnet» ist Hot – Ein Spiel mit dem Feuer, entstanden unter Mitwirkung von Adam Vogt (LI), Johanna Gschwend (CH), Julia Trachsel (CH), Simone Olivadoti (LI) und Tabea Steiner (CH). Gestaltet wurde das Buch von Eva Wolf und Basil Linder, Bern, verlegt in der edition clandestin, Biel, gedruckt und gebunden bei LaBuonaStampa, Pregassona. Die Jury lobte, dass das Thema in unterschiedlichen künstlerischen Formen interpretiert und zu einem stimmigen Gesamtwerk zusammengefügt wurde. Formatwahl, Einband, Farbschnitt und Papierwahl trügen zur Leichtigkeit und Spielfreude des Buches bei.
Drei «Lobende Anerkennungen»
Drei weitere Publikationen erhielten eine «Lobende Anerkennung»: 8 ½ Stunden sind kein Tag – Über die Arbeit und wie sie unser Leben bestimmt, herausgegeben von David-Johannes Buj Reitze, Schaan, gestaltet von Studio Annett Höland, Schaan, erschienen in der edition danke, bitte, tschüss., Schaan. AUF DER STRASSE, herausgegeben von Christiane Meyer-Stoll im Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz, ebenfalls gestaltet von Studio Annett Höland. Sowie Liechtensteins traditionelle Kulturpflanzen – Von Spitzeler bis Theresele von Eva Körbitz, herausgegeben vom Hortus – Verein zur Erhaltung der alten Kultursorten im Fürstentum Liechtenstein, gestaltet von Hocus & Pocus AG, Balzers, verlegt in der Edition Hoi Liechtenstein, Vaduz.
Buchkultur in Liechtenstein lebendig und eigenständig
Birrer schloss seine Ansprache mit einem Appell: Die prämierten Werke stünden exemplarisch für die gestalterische Vielfalt Liechtensteins und zeigten, dass Qualität nicht von der Grösse eines Marktes abhänge, sondern von der Leidenschaft und Professionalität der Beteiligten. «Unsere Buchkultur ist lebendig, eigenständig und zugleich offen für internationale Impulse.»
