Schlagabtausch im Landtag: Feuerwerk-Verbot scheitert knapp – Lohngleichheit bleibt Zankapfel
Landtag am 4.3.2026
Emotionale Debatten prägten den ersten Sitzungstag des Landtags. Während die Petition für ein landesweites Feuerwerksverbot in einer Pattsituation knapp scheiterte, sorgte die Forderung nach Lohngleichheit für einen heftigen Schlagabtausch über staatlich finanzierte Kampagnen.
Feuerwerks-Petition: Das Aus per Stichentscheid
Das Thema Feuerwerk spaltete den Landtag tief. Die Petition von Sandy-Ashley Herrmann und Silke Kindle forderte ein landesweites, ganzjähriges Verbot von Knallkörpern und Pyrotechnik. Die Befürworter führten drastische Argumente ins Feld: Den enormen Stress für Haus- und Wildtiere, die Umweltbelastung durch Feinstaub und Müll sowie die Belastung für Familien mit Kleinkindern.
Verständnis für den Natur- und Tierschutz zeigte Tanja Cissé (VU). Sie plädierte jedoch für eine Kompromisslösung, etwa ein Verbot privater Feuerwerke bei gleichzeitiger Erlaubnis zentral organisierter Anlässe. Demgegenüber lehnten Kritiker wie Thomas Vogt (FBP) die Initiative kategorisch ab: „Ein landesweites, ganzjähriges Verbot möchte ich ausdrücklich nicht“, betonte er mit Verweis auf liechtensteinische Traditionen wie den Staatsfeiertag oder den Funkensonntag.
Die Abstimmung endete mit einer Pattsituation von 12 zu 12 Stimmen. Durch den Stichentscheid des Landtagspräsidenten wurde die Petition schliesslich nicht an die Regierung überwiesen.
Lohngleichheit: Systemkritik trifft auf Vorwürfe der „Verbotskultur“
Nicht weniger hitzig wurde die Petition für Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern debattiert, die vom feministischen Streik eingereicht worden war. Manuela Haldner-Schierscher (FL) unterstrich die Dringlichkeit mit einem Verweis auf den 20. Februar – den diesjährigen Lohngleichheitstag in Liechtenstein. Frauen müssten fast zwei Monate länger arbeiten, um auf das durchschnittliche Vorjahreseinkommen der Männer zu kommen. Sie forderte verbindliche Instrumente statt blosser Sensibilisierung.
Für massiven Zündstoff sorgte Martin Seeger (DpL). Er kritisierte nicht nur eine vermeintliche „Verbotskultur“, sondern griff die politische Unabhängigkeit der Petitionäre an. Da der Liechtensteinische Arbeitnehmerverband (LANV) zu grossen Teilen staatlich finanziert sei, hinterfragte Seeger die Legitimität solcher Petitionen: „Der Landtag darf nicht zum Resonanzraum staatlich finanzierter Kampagnen werden“.
Ausblick: EWR-Richtlinien könnten Fakten schaffen
Tanja Cissé (VU) wies in der Debatte darauf hin, dass die Diskussion bald durch äussere Faktoren eingeholt werden könnte. Die EU-Entgelttransparenz-Richtlinie muss bis Juni dieses Jahres umgesetzt werden. Es sei wahrscheinlich, dass Liechtenstein diese im Rahmen des EWR übernehmen müsse, was Transparenz und Analysen ohnehin verpflichtend machen würde.

