Eva Fasel vor dem ersten WM-Quali-Spiel der Frauen-Nationalmannschaft

Eva Fasel

Nationalspielerin Eva Fasel im Interview mit dem Landesspiegel Liechtenstein

Fünf Jahre nach ihrem ersten Länderspiel steht die liechtensteinische Frauen-Nationalmannschaft vor einem neuen Kapitel: Am Dienstagabend empfängt sie im Rheinparkstadion in Vaduz Litauen zum Auftakt der WM-Qualifikation. Für die Spielerinnen ist es nicht nur das erste Qualifikationsspiel einer Weltmeisterschaft, sondern auch die Premiere im grössten Stadion des Landes.

Im Gespräch mit dem Landesspiegel schildert Nationalspielerin Eva Fasel, was sie antreibt, wie das Team die Vorbereitungen gemeistert hat und über die Herausforderungen auf internationaler Ebene.

Liechtensteins Frauen-Nationalteam spielt am Dienstag das erste Mal in der WM-Quali und das erste Mal im Rheinpark-Stadion. Was geht einem da durch den Kopf ?

Grosse Vorfreude! Es ist mega cool, dass wir mal im Stadion spielen können. Auch wenn der LfV-Campus ein bisschen später mit einem Spiel von uns eingeweiht, wir freuen uns. Wir sind gespannt und hoffen, es kommen viele Leute – also die, die noch kein Ticket haben, jetzt ist der richtige Zeitpunkt.

Ihr habt ja einen sehr steilen Weg von dem ersten offiziellen Länderspiel für die Frauen-Nationalmannschaft bis jetzt zur WM-Quali. Wie herausfordernd war so ein schneller Aufstieg?

2021 haben wir unser erstes Länderspiel gegen Luxemburg gespielt. Jetzt, fünf Jahre später, spielen wir in der WM-Qualifikation. Für uns fühlt es sich eher lang an. Wir sind froh, dass wir letztes Jahr endlich an einem offiziellen Wettbewerb teilnehmen konnten.

Die Freundschaftsspiele waren wichtig für unsere Entwicklung, aber man hat gemerkt: Das Team will irgendwo offiziell teilnehmen.

Es braucht Prozesse im Hintergrund, die sich entwickeln müssen.

Absolut, ja. Ich würde sagen, dass wir jetzt einen richtig guten Kader haben. Das war für uns auch der Grund, dass wir uns für die Nations League angemeldet haben. Wenn man zu lange wartet, kann es passieren, dass einzelne Spielerinnen woanders im Leben stehen – Ausbildungen, Berufspflichten etc. Darum war es letztes Jahr der richtige Zeitpunkt, um diesen Schritt zu gehen.

Wie siehst du generell die Situation für Frauen, die Profi-Fussball? Ist der Weg schwieriger als für Männer?

Die Entwicklung ist sicher positiv – man merkt, dass eine Professionalisierung in den höchsten Ligen stattfindet. Das Ziel ist, dass Frauen irgendwann für den Aufwand, den sie betreiben, auch eine angemessene Entlohnung erhalten, damit sie ihr Leben finanzieren können. Ich selbst bin nie in Richtung Profifussball gegangen, darum kann ich nur von anderen sprechen. Einige Spielerinnen bei uns wechseln in die höchste Liga oder spielen im Ausland, und in der Schweizer höchsten Liga gibt es sicher noch Entwicklungspotenzial. Aber wie schwierig dieser Weg konkret ist, ist für mich schwer zu beurteilen.

Wie schätzt du die Gegnerinnen ein, gegen die ihr in der Qualifikation spielen werdet?

Ich glaube, wir haben eine sehr schwere Gruppe. Es ist nicht ungewohnt, die Aussenseiterinnen zu sein. Rein von den Ergebnissen erwarten uns toughe Gegnerinnen. Bosnien ist ein sehr grosses Land. Es erwarten uns zwei sehr schwere Spiele.

Das habe ich in den letzten fünf Jahren immer wieder erlebt, dass es sehr schwierig war, Aufzeichnungen von gegnerischen Mannschaften zu finden. Ob sich das jetzt mit den Spielen in der Nations League, verbessert hat, kann ich nicht sagen. Die Nations League für Frauen gibt es ja noch nicht so lange.

Welche Erwartungen hast du an die Spiele? Wann würdest du von einem guten Ergebnis sprechen?

Wir haben im Juni mit einem echten Highlight aufgehört – wir haben unentschieden gegen Armenien gespielt und uns damit einen Punkt in der Nations League geholt. Das war historisch. Es wäre schön, wenn wir das auch in der WM-Qualifikation erreichen.

Für das erste Spiel hoffe ich, dass wir gut mithalten können, unsere Defensive stabil halten und es den Gegnerinnen so schwer wie möglich machen – und dann unsere Chancen nutzen, wenn sie sich ergeben.

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