Erbprinz Alois sieht verbesserte Stimmung zwischen USA und Europa

Erbprinz Alois

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein an der Münchener Sicherheitskonferenz 2026 | Foto: Gregor Meier

Globale Krisen, digitale Angriffe und ein unsicheres Europa prägen die Traktandenliste der Münchner Sicherheitskonferenz. Sicherheit endet längst nicht mehr an Landesgrenzen, auch nicht an der Liechtensteinischen. Am Rand der Sicherheitskonferenz gab S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein einen Einblick über Erwartungen Liechtensteins.

Gerade Cybersicherheit sei für Liechtenstein ein wichtiges Thema: „Im Unterschied zu einer normalen Granate gehen die Splitter einer Cybergranate sehr weit.“, sagte er. Cyberangriffe kennen keine Grenzen.

„Viren, die für Cyberangriffe eingesetzt werden, können sich auch in Liechtenstein ausbreiten.“

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein

Liechtenstein steht vor besonderen Herausforderungen. Ohne eigene Armee fällt der klassische Verteidigungsbeitrag weg. Der Erbprinz sieht dennoch Möglichkeiten: Das Land engagiert sich in internationalen Organisationen und stellt seine guten Dienste zur Verfügung.

Zunächst gelte es aber, technologische Entwicklungen und künftige Bedrohungen zu verstehen. Entscheidend sei, Entwicklungen früh zu erkennen. Politik und Behörden müssten verstehen, wohin Technik und Bedrohungen steuern. Nur so lasse sich wirksam schützen.

„Wichtig ist, dass wir verstehen, wo die Entwicklungen hingehen.“

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein

Breiten Raum nahm in München das Verhältnis zwischen Europa und den USA ein. Viele diskutierten Forderungen nach mehr Eigenständigkeit Europas in der Verteidigung. Zugleich stand die Rolle der USA in der NATO zur Debatte.

Der Erbprinz nahm eine positivere Stimmung wahr als im Vorjahr. „Dieses Jahr ist die Stimmung diesbezüglich spürbar besser als letztes Jahr.“ Vor einem Jahr habe grosse Unsicherheit geherrscht, etwa mit Blick auf die neue US-Administration und den Krieg in der Ukraine. Nun spüre man in Washington das Interesse, Frieden zu schaffen und zugleich Europa und die Ukraine weiterhin zu unterstützen.

Auch Europa habe reagiert. Staaten investierten mehr in ihre Verteidigung. Das werde in den USA registriert. Insgesamt habe sich das Gesprächsklima verbessert.

Neben den grossen Reden und Podiumsdiskussion prägten bilaterale Treffen das Programm. Regierungschefin und Erbprinz trafen unter anderem die indische Finanzministerin. Nicht jedes Gespräch drehte sich um Sicherheitspolitik. München biete auch die Gelegenheit, Kontakte zu pflegen, Entwicklungen auszuloten und Netzwerke zu stärken.

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